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Terroranschlag auf Mallorca

Terroranschlag auf Mallorca - RP Online

Palmanova/Calvía (RPO). Nach der Explosion eines Polizei-Wagens der Guardia Civil auf Mallorca haben die örtlichen Behörden die Insel abgeriegelt. Heute waren 660 Flüge vorgesehen – die Hälfte waren bis zur Sperrung um kurz vor 16 Uhr abgewickelt. Wie ein Sprecher des Flughafens unserer Redaktion bestätigte, ist der Flughafen seit dem Abend wieder geöffnet. Bei dem Anschlag sind zwei Polizisten ums Leben gekommen. Mindestens 60 Menschen wurden verletzt.

Palmanova

Terroranschlag auf Mallorca
Behörden öffnen Flughafen von Palma wieder

VON ROSA MOYA - zuletzt aktualisiert: 30.07.2009 - 18:34

Palmanova/Calvía (RPO). Nach der Explosion eines Polizei-Wagens der Guardia Civil auf Mallorca haben die örtlichen Behörden die Insel abgeriegelt. Heute waren 660 Flüge vorgesehen – die Hälfte waren bis zur Sperrung um kurz vor 16 Uhr abgewickelt. Wie ein Sprecher des Flughafens unserer Redaktion bestätigte, ist der Flughafen seit dem Abend wieder geöffnet. Bei dem Anschlag sind zwei Polizisten ums Leben gekommen. Mindestens 60 Menschen wurden verletzt.

Wenige Stunden nach der Explosion um 13.30 Uhr in Palmanova, südwestlich der Hauptstadt Palma de Mallorca, haben die mallorquinischen Behörden die Insel abgeriegelt. "Als Folge des Anschlags haben die staatlichen Sicherheitskräfte die Insel abgeriegelt, um die Flucht der Terroristen zu verhindern", hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Die Guardia Civil durchkämmt zur Stunde die Ferieninsel auf der Suche nach den Verantwortlichen. Als Drahtzieher des Anschlags wird die Untergrundorganisation ETA vermutet. Die Flughäfen waren seit kurz nach 16 Uhr geschlossen. Auch die Häfen wurden um rund 15 Uhr abgeriegelt, damit "Terroristen" nicht fliehen können, teilte die Präfektur am Donnerstag mit. Nach Informationen unserer Redaktion wurde der Flughafen von Palma gegen 17.40 Uhr wieder für den Flugverkehr geöffnet.

Der Flugverkehr in Richtung Mallorca war nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) vorerst gestoppt. Flugzeuge, die schon unterwegs waren, kehrten entweder um oder nutzten Flughäfen auf anderen Inseln oder dem spanischen Festland, wie DFS-Sprecher Axel Raab der Nachrichtenagentur AP sagte. Zunächst hatte die Pressestelle des Flughafens angekündigt, der Flughafen solle bis 22 Uhr geschlossen bleiben.

Auch viele Hotels haben ihre Türen geschlossen. Die Polizei ruft die Bürger dazu auf, in ihren Häusern und Unterkünften zu bleiben. Alle Straßen zum Küstenort Palmanova, in dem sich die Explosion zugetragen hat, sind gesperrt.

Für den heutigen Donnerstag waren allein 660 Flüge geplant. Davon waren bereits die Hälfte bis zur Sperrung um kurz nach 16 Uhr abgewickelt, berichteten die Behörden.

Der Flughafen von Mallorca ist der drittgrößte in Spanien. In den Sommermonaten hat er im Durchschnitt 80.000 Fluggäste. Wieviele Touristen sich zum Zeitpunkt der Sperrung am Flughafen befanden, ist noch unklar. Reiseveranstalter versuchen derzeit, die Menschen in Hotels auf der Insel unterzubringen.

Urlauber des Reiseveranstalters Thomas Cook, die nach dem Anschlag auf Mallorca festsitzen, müssen nach Angaben des Unternehmens die Nacht nicht im Freien verbringen. Die meisten Hotels hätten noch freie Kapazitäten, die Reiseleiter würden die betroffenen Urlauber umgehend informieren und für Quartier sorgen, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Sobald Flugzeuge und Schiffe die Balearen-Insel wieder verlassen dürften, würden die Urlauber nach Hause gebracht.

Polizeiwagen flog in die Luft

Ersten Erkenntnissen zufolge war eine Bombe unter dem Auto der zwei toten Polizisten platziert. Das Auto explodierte unweit dem bei Touristen beliebten Strand Magaluz und acht Kilometer vom Palast "Marivent" (die Ferienresidenz der spanischen Königsfamilie) entfernt. Diese macht derzeit Urlaub auf Mallorca. An der Unglücks-Straße befinden sich ebenfalls ein Ärztehaus und mehrere öffentliche Gebäude.

Erst gestern wurde ein Anschlag auf eine weitere Polizeikaserne in Spanien verübt. Bei dem Attentat in der nordspanischen Stadt Burgos wurden am Mittwoch 46 Menschen verletzt - darunter auch Frauen und Kinder. Die Explosion wird ebenfalls der baskischen Untergrundorganisation ETA zugeschriebenen - diese hat sich allerdings nicht zu dem Anschlag bekannt.

Mehr als 800 Menschen fielen dem Terror seit 1968 zum Opfer, auf den die spanische Bevölkerung mit Empörung und zahlreichen Großdemonstrationen reagierte. Der schwerste Anschlag war eine Autobombenexplosion vor einem Supermarkt in Barcelona im Jahr 1987 mit 21 Todesopfern. Die Buchstaben im Namen der 1959 gegründeten Organisation stehen für "Euskadi Ta Azkatasuna", was in der baskischen Sprache "Das Baskenland und seine Freiheit" bedeutet.

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rponline
erstellt: 30.07.2009 18:46
zuletzt geändert: -
Stichwörter: Mallorca, Palmanova, Rp Online, Nachrichten, News, Terror

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