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Tempel der Artemis
Hängende Gärten der Semiramis
Zeus-Statue des Phidias
Mausoleum von Halikarnassos
Koloss von Rhodos
Die Sieben Weltwunder der Antike
Pharos von Alexandria
Die Pyramiden von Gizeh
Weitere Infos: Die Sieben "neuen" Weltwunder

Sieben Weltwunder der Antike

Weltwunder

Weltwunder oder Die Sieben Weltwunder waren bereits in der Antike eine Auflistung besonderer Bauwerke oder Standbilder. Die älteste Überlieferung einer Liste von Weltwundern geht auf den Geschichtsschreiber Herodot zurück (etwa 450 v. Chr.).
Die erste vollständige Liste der bekannten „Sieben Weltwunder“ findet sich in einem Epigramm des Schriftstellers Antipatros von Sidon (2. Jahrhundert v. Chr.), der einen Reiseführer des Mittelmeerraums und Vorderasiens schrieb. Die Griechen nannten sie: Tà heptà theámata– „Die sieben Sehenswürdigkeiten der bewohnten [Erde]“. Philon von Byzanz beschrieb sie in der Schrift „De septem mundi miraculis“. Dass die Liste in Vorderasien entstand, ist naheliegend: Vier der Weltwunder fanden sich dort. Da zu jener Zeit viele imposante Bauwerke be- und entstanden, wurden vor allem solche in der Umgebung des Schreibers angeführt.

Diese Liste wurde im Laufe der Jahre oft geändert und den Reisegewohnheiten der jeweiligen Gesellschaften angepasst. Schon in klassischer Zeit gab es Alternativen, wie das Kapitol in Rom, der „Hörneraltar der Artemis auf Delos“, der „Hadrianustempel des Zeus in Kyzikos“ (südliches Marmarameer) und viele mehr. So wurden im 13. Jahrhundert die gesamte Stadt Rom, die Hagia Sophia in Konstantinopel (heute Istanbul, Türkei) und sogar die Arche Noah aufgenommen. Aus dieser anfänglich kurzen Reiseliste entstand zeitweise ein ganzer Reisekatalog, der alle bedeutenden Bauwerke, wie Tempel oder Skulpturen enthielt. Doch diese zerfielen mit der Zeit und im Gedächtnis blieb vor allem der Mythos der ursprünglichen Weltwunder. Antike Darstellungen der Weltwunder gibt es recht wenige, jedoch wurden einige Münzprägungen mit dem Helioskopf, mit der Zeusstatue im Profil oder mit dem Leuchtturm von Alexandria gefunden. Beschreibungen des Mausoleums liegen vor. In der Renaissancezeit fertigen Künstler wie der Niederländer Maerten van Heemskerck und im Barock der österreichische Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach Darstellungen der Wunder nach ihren Vorstellungen an.

Auch heute noch inspirieren die klassischen „Sieben Weltwunder“ Autoren, immer wieder neue Listen von „Weltwundern“ in den verschiedensten Bereichen zu erstellen. Darunter fallen zeitgenössische Bauwerke ebenso wie auch außergewöhnliche Aufzählungen von Naturereignissen oder Kunstwerken.

Quelle der Texte und Bilder (teilweise): www.wikipedia.de

Tempel der Artemis

Der Tempel der Artemis in Ephesos

Der Tempel der Artemis in Ephesos, auch Artemision, altgr. (ho naòs tês Artémidos Ephesíês, ho en Ephéô naòs tês Artémidos, tò Artemísion Ephésion), lateinisch Templum Dianae Ephesi(n)ae oder Artemisium Ephesi(n)um) war der größte Tempelbau der Antike und gehört zu den Sieben Weltwundern der Antike. Die griechische Stadt Ephesos (deren Ruinen heute in der Türkei bei Selçuk unweit İzmirs zu besichtigen sind) war in der Antike für ihren Reichtum berühmt. Sie war später – als Hauptstadt der römischen Provinz Asia – eine der größten Städte der Antike.

Im Zuge der österreichischen Ausgrabungen seit 1895 sind mehrere Versionen des Artemistempels nachgewiesen worden. Die ersten einfachen Tempel an diesem Ort (Tempel „A“ und „B“) entstanden im 8. Jh. v. Chr. z.T. als Holzkonstruktionen. Unter dem Tyrannen Pythagoras wurde im 7. Jh. v. Chr. der Tempel „C“ errichtet, der noch vor Fertigstellung durch Überschwemmung zerstört wurde.

Der archaische Artemistempel „D“ wurde um 580 v. Chr. begonnen. Architekten waren Chersiphron von Knossos. Die Bauarbeiten an diesem Tempel, für den auch der lydische König Kroisos einige Säulen stiftete, dauerten mit 120 Jahren ungewöhnlich lang. Die Konstruktion war äußerst schwierig, da das Gebäude auf einem Sumpfgelände errichtet wurde. Erdverfärbungen, die bei Tiefgrabungen beobachtet werden konnten, bestätigen die Nachrichten, dass bei der Vorbereitung des Geländes für den Tempelbau Holzkohle und Lederabdeckungen zur Sicherung des moorigen Untergrunds eingebracht wurden. Tatsächlich soll der Architekt Theodoros von Samos, der schon am Rhoikos-Tempel in Samos mitgewirkt hatte, an den Fundamentarbeiten beteiligt gewesen sein. Der archaische Tempel „D“ bestand aus 106 ionischen Marmorsäulen von rund 19 m Höhe. Sie standen auf einer Grundfläche von 111,7 m x 57,3 m und trugen außergewöhnlich schwere Querbalken. Einige der Säulen im Eingangsbereich waren unten mit Reliefs geschmückt. Die zwei Meter hohe Artemis-Statue in der Cella war aus Weinrebholz gefertigt und mit Gold und Silber verkleidet. Das Dach wurde aus Zedernholz gefertigt. Heraklit weihte sein Buch über den Logos im Tempel auf dem Altar der Artemis.

Der Tempel fiel am 21. Juli 356 v. Chr. einer Brandstiftung durch Herostratos zum Opfer. Er beging die Tat aus Geltungssucht − sein Vorhaben, durch das Niederbrennen des Weltwunders berühmt und somit unsterblich zu werden, ist ihm gelungen. Der Sage nach soll in der Nacht des Brandes Alexander der Große, der später auch sehr große finanzielle Hilfe zum Wiederaufbau des Tempels leistete, geboren sein, weswegen Artemis, die die Geburt in Pella überwachte, ihr eigenes Heiligtum nicht schützen konnte.

Der spätklassische Neubau (Tempel „E“), mit dem man schon bald darauf begann, wurde durch die ephesischen Architekten Demetrios, Paionios und Cheirokrates ausgeführt. Es sollte der alte Tempel getreulich wiederhergestellt werden, doch letztlich kam es doch zu einigen Änderungen. So wurde auf der Schuttmasse des Vorgängerbaus ein größeres Areal (125,67 x 65,05 m, 2,7 m Höhe) zur Basis des neuen Tempels gemacht und der Sockel beträchtlich erhöht. Der Artemistempel „E“ hatte 117 Säulen mit einer Höhe von rund 18 m und verfügte über ein Steindach. Nach dem Bericht des Plinius soll er über 36 mit Reliefs verzierte Säulen („columnae caelatae“), verfügt haben. Auch bei diesem Tempel dauerte die Bauzeit mit rund hundert Jahren relativ lang.

Als der Apostel Paulus um das Jahr 55 n. Chr. in die Metropole kam, hatte er angeblich so großen Zulauf, dass viele um den Artemiskult und um ihre wirtschaftliche Existenz gefürchtet haben sollen. Der „Aufruhr des Demetrios“ – eines Silberschmieds und Herstellers von Devotionalien – ist im 19. Kapitel der Apostelgeschichte beschrieben.

262 n. Chr. wurde der Prachtbau durch die Goten zerstört, die Reste von den Einwohnern als Baumaterial verwendet. Heute ragt nur noch eine wiedererrichtete einsame Säule aus dem Sumpfwasser.

Hängende Gärten der Semiramis

Die Hängenden Gärten der Semiramis

Die Hängenden Gärten der Semiramis in Babylon, auch die Hängenden Gärten der Semiramis, die Hängenden Gärten von Babylon (hoi tês Semirámidos Kêpoi Kremastoí Babylônioi), lateinisch Semiramidis Horti Pensiles oder Horti Pensiles Babylonis, arabisch waren eine aufwändige Gartenanlage in Babylon am Euphrat (Zweistromland, im heutigen Irak gelegen) und eines der Sieben Weltwunder der Antike. Die griechische Sagengestalt der Semiramis wird manchmal mit der assyrischen Königin Schammuramat gleichgesetzt.

Schriftquellen

Die älteste Beschreibung von schwebenden Gärten geht auf ein Gedicht von Antipatros von Sidon (Beginn des 2. Jahrhundert v. Chr.) zurück. Dieser nennt jedoch keinen Ort.

Die Beschreibungen, denen wir unsere Vorstellung dieser Gärten verdanken, gehen auf folgende fünf Autoren zurück:

* Den Chaldäer Berossos (* etwa 350 v. Chr.), aus dessen verlorenem Werk Babyloniaka der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus ausführlich zitierte.
* Diodorus Siculus, der seine Beschreibung ungefähr in der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. schrieb.
* Den griechischen Mediziner Ktesias von Knidos, der um 400 v. Chr. in persische Kriegsgefangenschaft geriet und als Leibarzt des Königs Artaxerxes II. tätig war. Er hinterließ ein umfangreiches und streckenweise fantasiereiches Werk mit dem Titel Persika. Was er darin über Babylon schrieb, ist weitgehend verloren, bis auf Zitate im Werk von Diodor und Quintus Curtius Rufus.
* Strabon, einen griechischen Gelehrten, der im 1. Jahrhundert v. Chr. seine Geographie schrieb.
* Philon von Byzanz, der vermutlich um 250 v. Chr. eine Art Reiseführer zu den "Sieben Weltwundern" schrieb.

Nach den antiken Schriftstellern lagen die Hängenden Gärten neben oder auf dem Palast und bildeten ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 120 m. Die Terrassen erreichten eine Höhe von circa 25 bis 30 m. Die dicken Mauern und Pfeiler des Aufbaugerüstes waren überwiegend aus Brandziegeln hergestellt, unter den einzelnen Stufenabsätzen sollen sich Gänge befunden haben. Die Etagenböden bestanden aus drei Lagen. Eine Lage aus Rohr mit viel Asphalt, darüber eine doppelte Lage aus gebrannten Ziegeln, die in Gipsmörtel eingebettet waren, und ganz oben dicke Platten aus Blei. So wurde ein Durchdringen von Feuchtigkeit verhindert. Auf diese Konstruktion hätte man Humus aufbringen und verschiedene Baumsorten einpflanzen können. Eine Bewässerung war aus dem nahegelegenen Euphrat möglich.

Zeus-Statue des Phidias

Das Standbild des Zeus zu Olympia

Das Standbild des Zeus zu Olympia, auch Zeusstatue des Phidias, Standbild des Olympischen Zeus bzw. Olympischer Zeus des Pheidias genannt (altgr.: tò Ágalma toû Olympíou Diós, ho toû Pheidíou Zeùs Olýmpios; lateinisch: Statua Iovis Olympici, selten Phidiae Statua Iovis Olympici) war die sitzende Kolossalstatue des Zeus im 456 v. Chr. fertiggestellten Zeustempel von Olympia vom Bildhauer Phidias. Sie gehörte zu den Sieben Weltwundern der Antike.

Beschreibung

Der griechische Reiseschriftsteller Pausanias gibt eine ausführliche Beschreibung der Statue, nach der das konkrete Aussehen aber nur bedingt rekonstruiert werden kann. Die Statue hatte eine Höhe von über 12 m, war auf einem inneren Gerüst aus Eisen, Gips und Holz aufgebaut, außen mit Gold, Elfenbein und Ebenholz verkleidet (chryselephantin) und mit gegossenem farbigen Glas und Edelsteinen verziert. Sie zeigte Zeus als weisen, gütigen, alten Mann, der auf einem Thron sitzt.
Marmorsitzstatue des Zeus in der Eremitage, nach Phidias' Zeusstatue geschaffen

Die Zeusstatue wurde allerdings erst ab 438 v. Chr., also fast zwanzig Jahre nach Ende der Bauarbeiten des Tempels, vom griechischen Bildhauer Phidias geschaffen, der bis an sein Lebensende um 430 v. Chr. an dieser Statue, die sein größtes Meisterwerk war, arbeitete. Nach der Fertigstellung der Statue wurde Phidias hingerichtet. Er wurde beschuldigt, wertvolle Materialien wie Elfenbein und Gold bei den Arbeiten an sich genommen zu haben.

Als unglücklich galt bei den Griechen jener, der das Nationalheiligtum nicht gesehen hatte. Auch eine vernunftlose Kreatur müsste der Anblick des Zeus erschüttern (Johannes Chrysostomos). Der Zeus von Olympia war das letzte Werk des griechischen Bildhauers Phidias, von dem auch die in gleicher Technik errichtete Statue der Athene Parthenos auf der Akropolis in Athen stammte. Sie stellte den obersten der Götter mit gerunzelter Augenbraue (supercilium) dar. Denn mit einem Heben der Braue regiert Zeus nach antikem Glauben die Welt, mit einem Stirnrunzeln lässt er den Olymp erbeben.

Im Jahr 40 n. Chr. scheiterte der römische Kaiser Caligula mit dem Versuch, die Statue nach Rom zu schaffen.

Die Zeusstatue wurde jedoch nicht in Olympia zerstört. Im 4. Jahrhundert (um 360 n. Chr.) wurde sie nach Konstantinopel gebracht. Dort fiel sie 475 n. Chr. einem Brand zum Opfer. Die Reste des Zeustempels und die Überreste der Werkstatt des Phidias sind in Olympia an Ort und Stelle zu sehen. Ein Keramikbecher, in dessen Boden die Worte: PHEIDIOU EIMI = (des) Pheidias (Eigentum) bin ich) eingeritzt sind, wurde im Schutt der Werkstatt neben Resten von Material und Werkzeug gefunden. Die Größe der erhaltenen Säulentrommeln vermittelt eine Vorstellung über die Größe des Gesamttempels. Von der Mitte des Westgiebels des Zeustempels existiert noch, alle anderen Figuren weit überragend, eine Figur des Strengen Stils im jugendlichen Gott Apoll von Olympia, den rechten Arm mit gebieterischer Geste ausgestreckt. Auch viele Teile der übrigen Figuren dieses Giebels sind erhalten.

Vorbildfunktion

Die wissenschaftlich analysierte Dokumentation „Gestürzte Giganten – Weltwunder der Antike“ von Peter Spry Leverton und dem britischen Archäologen John Romer, der sich seit Jahren mit der Erforschung und Rekonstruktion der beiden griechischen Weltwunder beschäftigt, deutet an, dass die Zeus-Statue einen solch großen Reiz auf die damaligen christlichen Führer gehabt haben soll, dass sie die Zustimmung gaben, Jesus Christus durch das Gesicht der Zeus-Statue darzustellen, da es keine historischen bildlichen Zeugnisse gab, wie Jesus Christus ausgesehen hat.

Mausoleum von Halikarnassos

Das Mausoleum von Halikarnassos

Das Mausoleum von Halikarnassos oder kurz Maussolleion (altgriech. - ho Táphos tou Maussôllou, tò Maussôleíon Halikarnasseús, tò Mausôleíon toû Halikarnassoû = „das Grab des Maussollos“; latein. „sepulcrum Mausoli Halicarnasense“, „Mausoleum Halicarnasense“) war das prächtige Grabmal von Mausolos II. (eigentl. Maussollos, Maussolos, selten Mausollos), dem persischen Satrapen und Kleinkönig von Karien und das fünfte der „Sieben Weltwunder“ der Antike.

Bau

Das Mausoleum wurde ca. 368 bis 350 v. Chr. in Halikarnassos, der neuen Hauptstadt Kariens in Kleinasien, im heutigen Bodrum an der Ägäissüdwestküste der heutigen Türkei errichtet. Auf einer 105 m auf 244 m großen Felsterrasse auf einem Hügelhang, die später als Grabbezirk von einer Umfassungsmauer Peribolos) umschlossen wurde, hob man das Fundament aus. Die Fundamentplatte maß 32 m auf 38,40 m, der Bau erreichte eine Höhe von insgesamt etwa 46 m. Der Sockel aus drei leicht zurückgesetzten Stufen war aus grünem Vulkangestein gefertigt und mit Marmor verkleidet. Vor jeder der Stufen, die im Verhältnis 3:4:5 höher gebaut waren, standen Rundplastiken, vor der untersten auf der überragenden Bodenplatte Reiterkampfszenen zwischen Griechen und Persern in etwa Naturgröße, vor der darübergelegenen Heroenfiguren in Übergröße und vor der dritten Jagdszenen in doppelter Normalgröße. Darüber erhob sich eine Ringhalle also die Form eines Peripteros ) oder Pteron mit 36 (9 auf 11) ionischen Säulen, zwischen denen Skulpturen in Übergröße aufgestellt waren, Götterfiguren und solche des Herrscherhauses, was das Grabmal auch als Heroon erscheinen ließ. Der oberste Abschluss der dritten Stufe (Podium, 18,5 m) unterhalb der Säulen sowie ein Band hinter den Säulen und der Quadrigasockel trugen prächtige Relieffriese mit Amazonenkämpfen, Wagenrennen und Lapithen- und Kentaurenkämpfen. Das Dach des Bauwerks bildete eine 24-stufige Pyramide (7 m) entsprechend den Regierungsjahren des Königs, der oberste Abschluss des Grabmals eine von Maussollos und Artemisia gelenkte Marmor-Quadriga auf einem Sockel mit Fries (6 m, s. u.) auf der Pyramidenspitze, die Pytheos zugesprochen wird. Sowohl die Pferde der Quadriga als auch andere Figuren waren mit Bronzeapplikationen (Zaumzeug, Waffen) versehen. Die seinerzeit berühmtesten Bildhauer wurden verpflichtet: Bryaxis aus Karien (Nordseite), Leochares von Athen (Westseite), Timotheos (Südseite) und Skopas von Paros (Ostseite). Das fertige Bauwerk erstrahlte in weißem Marmorglanz.

Seine Berühmtheit seit der Fertigstellung war so groß, dass die Begriffe Maussoleion und Mausoleum seitdem zum Synonym für eine großartige Grabanlage wurden. Das Wort „Maussol–eion“ selbst bedeutet „dem Maussolos gewidmet oder gehörig“ (vergleiche: „Artemision Tempel der Artemis“).

Geschichte

Seit Antipatros von Sidon gehört es wegen der Schönheit, des überwältigenden Gesamteindruckes und der kostbaren Statuen und Relieffriesen zum klassischen Kanon der Sieben Weltwunder und wurde erst im 16. Jahrhundert bis auf die Fundamente nahezu vollständig abgetragen.
Imaginierte Darstellung des Mausoleums, Stich von Martin van Heemskerck, 16. Jahrhundert

Den Auftrag zum Bau seiner Grabstätte gab Maussollos' Frau und Schwester Artemisia II., nicht ihr Mann selbst, in dessen letzten Regierungsjahren. Als Architekten sind Satyros und Pytheos überliefert, die ein leider nicht überliefertes Buch über das Grabmal schrieben. Es wurde erst drei Jahre nach Maussollos' und ein Jahr nach Artemisias Tod durch die Künstler in Eigenregie fertiggestellt.

Das Mausoleum wurde mit Sicherheit durch ein Erdbeben im 12. Jahrhundert schwer beschädigt, blieb in seinem Fundament jedoch nahezu das gesamte Mittelalter hindurch erhalten. 1404 und, Augenzeugenberichten zufolge, noch einmal 1523 wurde es dann von den Rittern des Johanniterordens abgebrochen, um Baumaterial für ihre Festung St. Peter zu gewinnen. Verständlich ist dieser Zerstörungsakt nur im Zusammenhang mit dem Rückzug der Kreuzritter aus Rhodos, nachdem diese bereits Zypern verloren hatten und nun vor den Truppen Suleimans des Prächtigen kapitulieren und Rhodos verlassen mussten. In aller Eile wurde hier einer der letzten christlichen Brückenköpfe ausgebaut, bevor sich die Ordensritter 1530 endgültig auf die von ihnen eroberte Insel Malta zurückzogen.

Bereits in den älteren Teilen der 1404 errichteten Burg finden sich Architektur- und Reliefstücke aus Marmor und die typischen graugrünen Quadersteine, aus denen der Kern des Grabbaus bestand. Aber noch 1497/98, als die Florentiner Bernardo Michelozzi und Bonsignore Bonsignori Kleinasien besuchten, waren nach ihren Berichten bedeutende Teile des Grabmals intakt. So fanden auch einige Fragmente den Weg nach Europa. Sicher ist daher, dass der Schlussakt der Tragödie dieses Weltwunders tatsächlich erst 1523 stattfand. Der mit der Reparatur der Burg beauftragte Festungskommandant de la Tourette berichtet nämlich, dass nach der Entdeckung der eigentlichen Grabkammer, eines großen, mit Marmor ausgestatteten Raums, ohne Umschweife die Reliefplatten zerschlagen und der Bau abgebrochen wurde.

Rekonstruktion

Bereits seit dem 18. Jahrhundert wurden zahlreiche Versuche unternommen, auf Grundlage der antiken literarischen Beschreibung durch Plinius den Älteren das Aussehen des Baus zu rekonstruieren. Sie führten zu ebenso vielen unterschiedlichen wie phantasievollen Lösungen. Auf eine wissenschaftliche Grundlage wurden die Bemühungen erst gestellt, als 1857 eine englische Grabung unter C. T. Newton Teile des Fundaments freilegte und Skulpturen sowie Bauteile gefunden wurden. Doch erst durch die dänischen Forschungen und Grabungen von 1966 bis 1977 unter Kristian Jeppesen ließ sich eine umfassende und weitgehend durch Bauteile belegte Rekonstruktion erarbeiten. Fries und Statuen des Mausoleums von Halikarnassos befinden sich heute im Britischen Museum in London. Obwohl das Grabmal nicht mehr vorhanden ist, kommt ihm in der Architekturgeschichte als einem der wichtigsten und herausragendsten Werke ionischer Baukunst der Spätklassik eine zentrale Bedeutung zu.

Heute

An der Stelle des antiken Halikarnassos befindet sich heute die Touristenmetropole Bodrum. Ihr moderner Name, der im Türkischen so viel wie „unterirdisches Gewölbe“ bedeutet, deutet noch heute auf die verschütteten Reste des Mausoleums hin. Von dem Bauwerk ist noch die Vertiefung der Grabkammer etwa acht Meter unter dem heutigen Bodenniveau zu sehen sowie die noch begehbaren Reste des das Bauwerk umfassenden Kanalisationssystems. In einem daneben liegenden Saal sind Reste von Reliefs und Baumaterialien zu sehen.

Koloss von Rhodos

Der Koloss von Rhodos

Der Koloss von Rhodos (altgriech. – ho Hélios Rhódios, ho Kolossòs Rhódios, ho en Rhódô Kolossós, lateinisch Colossus Solis Rhodi oder Solis Colossus Rhodi) war die über 30 m hohe, monumentale Bronzestatue des Gottes Helios (griech. Sonne), aufgestellt in der Inselhauptstadt Rhodos der gleichnamigen Insel. Am Anfang des 3. Jahrhunderts v. Chr. entstanden, zählte die Kolossalstatue bereits in der Antike zu den Sieben Weltwundern.

Standort

Die antiken Schriftquellen machen zum Standort des Helioskolosses von Rhodos nicht einmal eine Andeutung, vielleicht weil er den antiken Autoren selbstverständlich war. Aus dem historischen Zusammenhang lässt er sich für uns jedoch eindeutig erschließen: Das monumentalste Weihgeschenk, das die Rhodier jemals ihrem Gott aufgestellt haben, kann nur im wichtigsten Heiligtum des Stadtstaates, dem Helios-Heiligtum, gestanden haben. Solche Weihungen haben auch in den Heiligtümern anderer griechischer Stadtstaaten Tradition.

Allerdings war der Standort des Helios-Heiligtums von Rhodos bisher unbekannt. Verschiedene Vorschläge wurden gemacht: auf der Mole St. Nikolaus (W. Hoepfner, siehe unten), auf der Akropolis (19. Jh.), an Stelle des mittelalterlichen Großmeisterpalastes am Abhang der Akropolis (zwischenzeitlich, schon wieder verworfen). Neu ist der Vorschlag von U. Vedder, die herausgefunden hat, dass die Benennung für Tempel und Heiligtum oberhalb der Stadion-Terrasse von Rhodos als Heiligtum und Tempel des Apollon Pythios nicht zu halten ist. Oberhalb des Stadions, in dem jährlich Spiele zu Ehren von Helios durchgeführt wurden, befindet sich demnach in Wirklichkeit das lang gesuchte Helios-Heiligtum. Das Gelände ist zwar bereits 1938 ausgegraben und als archäologischer Park hergerichtet, bisher aber noch nicht ausführlich untersucht worden. Es bleibt daher abzuwarten, ob sich in den Ruinen dort Reste des Standortes des Koloss von Rhodos nachweisen lassen.

Zerstörung

Ein starkes, heute in das Jahr 227 v. Chr. zurückdatiertes Erdbeben, das große Zerstörungen in der Stadt hervorrief, brachte auch den Koloss von Rhodos zum Einsturz; eine Quelle besagt, dass das Beben ihn in den Knien umknicken ließ. Das Standbild überdauerte also nur etwa 66 Jahre und war damit das kurzlebigste der Sieben Weltwunder. Nach diesem Erdbeben bekam Rhodos finanzielle Unterstützung aus ganz Griechenland. Ptolemaios III. Euergetes gab auch Geldmittel, um den Koloss wieder aufrichten zu lassen. Die Rhodier ließen die Bronzeteile jedoch liegen und setzten in Umlauf, ein Orakel mit dem Wortlaut Was gut liegt, das soll man nicht von der Stelle bewegen! sei der Grund hierfür. Noch etwa 890 Jahre konnten die Besucher des Heiligtums die Trümmer sehen.

Nach byzantinischer Überlieferung sammelten im Jahr 654 schließlich die Araber unter Muawiya, dem Feldherren des herrschenden Kalifen Uthman ibn Affan und Gouverneur von Syrien, als sie kurzfristig die Insel eroberten, das Metall der Statue ein und verschifften es in den Orient. Ein jüdischer Händler aus Edessa habe das Altmetall auf 900 Kamelen abtransportiert und verkauft.

Die Sieben Weltwunder der Antike

Weltwunder oder Die Sieben Weltwunder

Weltwunder oder Die Sieben Weltwunder waren bereits in der Antike eine Auflistung besonderer Bauwerke oder Standbilder. Die älteste Überlieferung einer Liste von Weltwundern geht auf den Geschichtsschreiber Herodot zurück (etwa 450 v. Chr.).
Die erste vollständige Liste der bekannten „Sieben Weltwunder“ findet sich in einem Epigramm des Schriftstellers Antipatros von Sidon (2. Jahrhundert v. Chr.), der einen Reiseführer des Mittelmeerraums und Vorderasiens schrieb. Die Griechen nannten sie: „Die sieben Sehenswürdigkeiten der bewohnten [Erde]“. Philon von Byzanz beschrieb sie in der Schrift „De septem mundi miraculis“. Dass die Liste in Vorderasien entstand, ist naheliegend: Vier der Weltwunder fanden sich dort. Da zu jener Zeit viele imposante Bauwerke be- und entstanden, wurden vor allem solche in der Umgebung des Schreibers angeführt.

Diese Liste wurde im Laufe der Jahre oft geändert und den Reisegewohnheiten der jeweiligen Gesellschaften angepasst. Schon in klassischer Zeit gab es Alternativen, wie das Kapitol in Rom, der „Hörneraltar der Artemis auf Delos“, der „Hadrianustempel des Zeus in Kyzikos“ (südliches Marmarameer) und viele mehr. So wurden im 13. Jahrhundert die gesamte Stadt Rom, die Hagia Sophia in Konstantinopel (heute Istanbul, Türkei) und sogar die Arche Noah aufgenommen. Aus dieser anfänglich kurzen Reiseliste entstand zeitweise ein ganzer Reisekatalog, der alle bedeutenden Bauwerke, wie Tempel oder Skulpturen enthielt. Doch diese zerfielen mit der Zeit und im Gedächtnis blieb vor allem der Mythos der ursprünglichen Weltwunder. Antike Darstellungen der Weltwunder gibt es recht wenige, jedoch wurden einige Münzprägungen mit dem Helioskopf, mit der Zeusstatue im Profil oder mit dem Leuchtturm von Alexandria gefunden. Beschreibungen des Mausoleums liegen vor. In der Renaissancezeit fertigen Künstler wie der Niederländer Maerten van Heemskerck und im Barock der österreichische Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach Darstellungen der Wunder nach ihren Vorstellungen an.

Auch heute noch inspirieren die klassischen „Sieben Weltwunder“ Autoren, immer wieder neue Listen von „Weltwundern“ in den verschiedensten Bereichen zu erstellen. Darunter fallen zeitgenössische Bauwerke ebenso wie auch außergewöhnliche Aufzählungen von Naturereignissen oder Kunstwerken.

In der Antike beschrieb der erwähnte Antipatros die heute geläufige Liste der klassischen Sieben Weltwunder in seinem Reiseführer. Genannt wurden darin die imposantesten und prunkvollsten Bauwerke seiner Zeit und seines Kulturkreises:

1. Die hängenden Gärten der Semiramis zu Babylon
2. Der Koloss von Rhodos
3. Das Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos
4. Der Leuchtturm auf der Insel Pharos vor Alexandria (vorher: Stadtmauern von Babylon)
5. Die Pyramiden von Gizeh in Ägypten
6. Der Tempel der Artemis in Ephesos
7. Die Zeusstatue des Phidias von Olympia

Heute existieren von diesen Weltwundern nur noch die Pyramiden von Gizeh. Die anderen wurden durch Erdbeben und Kriege zerstört oder zerfielen im Laufe der Zeit. Die ursprünglich aufgelisteten Stadtmauern von Babylon wurden z. B. durch Gregor von Tours im 6. Jahrhundert aus der Liste entfernt, da sie zerstört waren, und durch den „Leuchtturm von Alexandria“ ersetzt. Der Turm zu Babel fand dagegen nie Eingang in die Liste, weil er schon bei ihrer ersten Erfassung nicht mehr existierte.

Die Liste umfasst sieben Weltwunder, weil die Zahl Sieben in der Antike als „vollkommen“ galt. Diese festgelegte Zahl sollte die Bauwerke in ihrer Bedeutung erhöhen.

Pharos von Alexandria

Der Große Leuchtturm von Alexandria

Der Große Leuchtturm von Alexandria (nach der Insel, auf der er stand, auch Pharos genannt) war der höchste je gebaute Leuchtturm, der erste seiner Art und eines der sieben antiken Weltwunder. In klassischer Zeit hieß er auf griechisch und auf lateinisch Turris Pharia oder Pharus Alexandrinus. Ursprünglich enthielt die Weltwunderliste die Stadtmauern von Babylon, die später, da in hellenistischer Zeit zerfallen, durch den Leuchtturm ersetzt wurde. Der Turm soll etwa 115 bis 160 Meter hoch gewesen sein.

Standort

Pharos war eine kleine Insel nahe der ägyptischen Küste 25 Kilometer westlich des kanopischen Nilarmes. Bereits Homer erwähnte sie in seiner Odyssee (4. Gesang Zeile 354–359). Der Sage nach soll der griechische König und Troja-Gegner Menelaos (altgr.) auf der Insel gelandet sein, die damals noch keinen bekannten Namen hatte. Er fragte auf der Insel einen Mann nach deren Namen und Besitzer. Der Ägypter antwortete ihm „Pera’a“ (altägyptisch = Pharao). Der König verstand nur „Pharos“, was im Altgriechischen „Tuch“ bedeutete (= Tuch, Segel) – so kam die Insel zu ihrem Namen.

Mit einer künstlichen Landbrücke, den sieben Stadien (1 Stadion = 188 m, demnach 1.316 m) langen Heptastadiondamm (errichtet von Dexiphanes aus Knidos, dem Vater des Leuchtturmarchitekten), formte sie die Ostbegrenzung des Eunostos-Hafens – der „Gute-Heimkehr-Hafen“) und gleichzeitig die West- und Nordbegrenzung des „Großen Hafens“ (Mégas Limên) von Alexandria, der wegen seiner quadratischen Form scherzhaft „Kibotós“ genannt wurde. Da es der Gegend an natürlichen Landmarken mangelte, und die Schiffe aufgrund des regen Schiffsverkehrs auch nachts ein- und auslaufen mussten, wurde es für nötig befunden, den Eingang des Hafens zu markieren, da er bei mäßiger Sicht kaum gegen den Hintergrund auszumachen war. Es ist nie ganz geklärt worden, ob König Ptolemaios I. Soter oder sein Baumeister Sostratos selbst das Bauwerk initiiert hat. Die Tatsache, dass sein Name als Architekt überliefert ist, aber nicht eindeutig der Stifter, lässt vermuten, dass Sostratos, der auch Großkaufmann und Diplomat war, als extrem vermögender Mann zumindest Mit-Stifter des außergewöhnlichen Bauwerks war.

Verfall

Ammianus Marcellinus und andere berichten von einem Seebeben südlich von Kreta am 21. Juli 365 n. Chr., das Alexandria und den Turm schwer betroffen haben soll. Andere Angaben beziehen sich auf das Jahr 769 mit einem Erdbeben, das schwere Schäden am Turm verursacht haben soll. Ein Wiederaufbau soll versucht worden sein. Wiederum zwei Erdbeben in den Jahren 1303 und 1323 zerstörten ihn weitestgehend. Einzelne Quellen nennen auch 1375. Die Trümmer wurden im Meer liegen gelassen. Schließlich ließ sie der zu der Zeit machthabende Sultan der Mameluken, Kait-Bay, heben. Die Steine wurden 1480 in seiner Festung an der Küste verbaut.

Die Pyramiden von Gizeh

Die Pyramiden von Gizeh in Ägypten gehören zu den bekanntesten und ältesten erhaltenen Bauwerken der Menschheit. Sie befinden sich am westlichen Rand des Niltals, etwa acht Kilometer südwestlich der Stadt Gizeh (Gîza). Sie sind rund 15 km vom Kairoer Stadtzentrum entfernt und liegen direkt an der Pyramidenstraße (Scharia el-Ahram). Sie sind das einzige erhaltene der sieben Weltwunder der Antike.

Vorgeschichte

Das Pyramidenfeld von Gizeh war schon seit der ersten Dynastie ein bedeutender Friedhof. Hier konnten große Mastabas der ersten, zweiten und dritten Dynastie ausgegraben werden. Es ist unklar, in welchem Umfang durch den späteren Friedhof und die Pyramiden der vierten Dynastie solche alten Gräber zerstört wurden.

Pyramidenbau

Die Pyramiden entstanden etwa zwischen 2620 bis 2500 v. Chr. in der 4. Dynastie. Sie wurden auf einem rund 1000 mal 2000 m großen Kalksteinplateau errichtet, wobei mit dem Bau der Pyramiden Nebenpyramiden, Tempelanlagen, Gräberfelder und Arbeiterdörfer entstanden. Bemerkenswert ist, dass beim Bau der Pyramiden keinerlei beräderte Fuhrwerke zum Einsatz kamen, da die Ägypter zu dieser Zeit das Rad noch nicht kannten.

Große Pyramide (Cheops-Pyramide)

Die größte und vermutlich bekannteste Pyramide ist die des Pharao Cheops. Er regierte etwa um 2620 bis 2580 (2604 bis 2581) v. Chr. Die Cheops-Pyramide war ursprünglich 146,6 m hoch (heute: 138,75 m), die Seiten sind im Mittel 238,7 m lang und ihr Neigungswinkel beträgt 51°50'. Sie wurde aus rund 3 Millionen Steinblöcken errichtet, deren durchschnittliches Gewicht je bei 2,5 t liegt, und war komplett mit Kalksteinblöcken verkleidet. Im Inneren befindet sich die Große Galerie, 8,5 m hoch und 47 m lang. Den Bau der Pyramide leitete der Baumeister Hemiunu. Am Ende der Galerie befindet sich die Königsgrabkammer. In ihr stehen die Reste eines Granitsarkophages. Des Weiteren existiert die Königinnen- und die unterirdische erste Grabkammer. An der Ostseite der Pyramide befinden sich die Überreste des Totentempels und des Aufweges. Der Taltempel ist unter der modernen Stadt begraben. Südöstlich des Totentempels befinden sich die Pyramidenanlagen für die Königinnen Hetepheres I., Meritetis und Henutsen. Im Sonnenbarken-Museum auf der Südseite der Cheops-Pyramide befindet sich eins der 1954 ausgegrabenen und wiederzusammengefügten Sonnenbarken.

Mittlere Pyramide (Chephren-Pyramide)

Die mittlere der drei Pyramiden ist die des Pharao Chephren. Er regierte von etwa 2558 bis 2532 v. Chr. Die Chephren-Pyramide war ursprünglich 143,5 m hoch (heute: 136,4 m), die Seitenlänge betrug 215,25 m und ihr Neigungswinkel beträgt 53°10'. Wie auch die Cheops-Pyramide war sie komplett mit Kalksteinplatten verkleidet. Sie wirkt durch ihren etwa 10 m höher gelegenen Standort wegen ihrer nur sehr wenig kleineren Größe und Höhe sogar größer als die Cheops-Pyramide, und ihre Spitze ragt über deren Spitze hinaus, weshalb sie von Laien oft für die Cheops-Pyramide gehalten wird. Ein 400 m langer, reliefgeschmückter Aufweg führt vom Taltempel am Sphinxtempel und dem großen Sphinx von Gizeh vorbei bis zum Totentempel und zur Pyramide selbst. Der Taltempel ist 45 × 45 m groß und 18 m hoch. Die Eintiefungen im Alabasterfußboden zeigen den Standort von einst 23 überlebensgroßen Figuren des Pharaos an.

Nördlich des Taltempels und des Aufweges des Chephren befindet sich die 73 m lange Skulptur des Sphinx, die aus dem anstehenden Fels gehauen wurde. Der Kopf des Sphinx wird von einem Königskopftuch mit Uräus-Schlange bedeckt; die Traumstele des Thutmosis IV. hält sie in ihren Vorderpranken.

Kleine Pyramide (Mykerinos-Pyramide)

Die kleinste der drei Pyramiden ist die des Pharao Mykerinos. Er regierte von etwa 2532 bis 2503 v. Chr. Die Mykerinos-Pyramide war ursprünglich 65 m hoch, womit sie nicht mal halb so hoch wie die beiden anderen Pyramiden ist. Die Seiten sind 102,2 m × 104,6 m lang (mittlere Basislänge 103,4 m), und ihr Neigungswinkel beträgt 51° 20', womit er fast mit dem der Cheops-Pyramide identisch ist. Der obere Teil der Pyramide war - ebenso wie die Cheops-Pyramide und die Chephren-Pyramide - mit Kalksteinplatten verkleidet. Die unteren 16 Lagen bestehen jedoch aus Rosengraniteinfassungen. Die zugehörigen Tal- und Totentempel sind nicht mehr vollständig erhalten. Im Museum von Kairo sind heute die Statuengruppen des Mykerinos ausgestellt, die im Taltempel gefunden wurden.

Grab der Chentkaus I. (sog. „vierte Pyramide“)

Südöstlich der Chephren-Pyramide nahe bei der großen Sphinx befindet sich das auch als „vierte Pyramide von Gizeh“ bezeichnete Grab der am Ende der 4. Dynastie regierenden Königin Chentkaus I.. Dieses erst 1932 erforschte eigentümliche Grab hat den Charakter einer zweistufigen Stufenpyramide und wurde ursprünglich für eine unvollendete Pyramide gehalten. Die 45,8 m × 45,5 m messende erste Stufe besteht aus einem Felsquader, der in den lokalen Steinbrüchen stehen gelassen wurde. Darauf befindet sich die gemauerte, mastabaähnliche zweite Stufe. Das Bauwerk war wie die großen Pyramiden mit Kalkstein verkleidet und erreicht eine Höhe von 17 m. Bei diesem Grabbau befand sich eine Siedlung für die Priesterschaft und ein Schiffsgrab, womit es mit den Attributen eines vollwertigen Herrschergrabs ausgestattet war.

Nach der 4. Dynastie

Gizeh war im Alten Reich ein bedeutender Friedhof und wurde wohl erst mit Beginn der Ersten Zwischenzeit aufgegeben. Aus dem Mittleren Reich sind wenig Überreste erhalten, und es ist auffällig, dass sich aus dieser Zeit ein Totenkult an den Pyramiden kaum nachweisen lässt. Erst aus der Zeit des Neuen Reiches und der Spätzeit gibt es dagegen in Gizeh wieder bedeutende Grabanlagen. Es sind Restaurierungsarbeiten an den Tempeln und Pyramiden bezeugt.

Neuzeit

Touristen des 19. Jahrhunderts vor der Sphinx, im Hintergrund die Cheops-Pyramide

Mit Napoleons Ägyptenfeldzug 1798–99 beginnt die wissenschaftliche Erforschung der Pyramiden. Sie beeinflusst den europäischen Stil des Empire.

Unter der Leitung von Auguste Mariette finden 1860 Ausgrabungen statt.

1979 wurden die Pyramiden und der Sphinx von Gizeh als Kulturdenkmal von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen.

1984 prägte Ägypten 5-Piaster-Münzen mit einer Darstellung dieser Bauwerke.

2007 wurde die schon 2002 errichtete Mauer um das Pyramidenareal zeitweise geschlossen. Die durch den Besichtigungseintritt erlösten Einnahmen gehen an die ägyptische Regierung. Einheimische, die seit Generationen ihren Lebensunterhalt dort erwirtschaften konnten, sind in ihrer Arbeit stark eingeschränkt.

Weitere Infos: Die Sieben "neuen" Weltwunder

Die „Neuen 7 Weltwunder“

Ein größeres Medienecho erreichte Mitte der 2000er-Jahre die 1999 von dem Schweizer Bernard Weber gegründete Stiftung „NewOpenWorld Foundation“ mit der Wahl der sogenannten „New 7 Wonders of the World“. Ziel war laut Weber, Menschen aus aller Welt durch ihr gemeinsames kulturelles Erbe zu verbinden.Die Wahl erfolgte in einer Kombination aus Online-Wahl und Juryentscheidung in drei Phasen.

In der ersten Phase standen 200 Bauwerke zur Auswahl, über die, nach Angabe der Veranstalter, ca. 20 Millionen Internetnutzer abstimmten.Aus den 77 Bestplatzierten wurden in der zweiten Phase von einer Jury, bestehend aus sieben Architekten (unter anderem Zaha Hadid, Tadao Ando, César Pelli und Harry Seidler) unter dem Vorsitz des ehemaligen UNESCO-Generaldirektors Federico Mayor Zaragoza, 21 Finalisten ausgewählt. Nach Protesten aus Ägypten (Kulturminister Farouk Hosni und der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung Zahi Hawass stellten fest, dass die Wahl keinerlei wissenschaftlichen oder offiziellen Hintergrund habe und bezeichneten sie als „Unfug“) wurden die Pyramiden von Gizeh aus der Liste genommen und als „ewiges Weltwunder“ deklariert.In der dritten Phase von Januar 2006 bis Juni 2007 konnte per Internet, Telefon oder SMS abgestimmt werden. Laut Veranstalter wurden insgesamt 100 Millionen Stimmen abgegeben.Am 7. Juli 2007 wurden in Lissabon im Rahmen einer aufwändig inszenierten Fernsehshow die „New 7 Wonders of the World“ bekannt gegeben:

* Chichén Itzá, Mayaruinen auf der Halbinsel Yucatán (Mexiko)
* Chinesische Mauer, Grenzbefestigungsanlage (Volksrepublik China)
* Cristo Redentor, Christusstatue in Rio de Janeiro (Brasilien)
* Kolosseum, antikes Amphitheater in Rom (Italien)
* Machu Picchu, Inkaruinenstadt in den Anden (Peru)
* Petra, Felsenstadt (Jordanien)
* Taj Mahal, Grabmal (Indien)
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Weitere Landkarten zu Welt



Sieben Weltwunder der Antike

von occi erstellt am 11.07.2009 11:59
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Weltwunder

Weltwunder oder Die Sieben Weltwunder waren bereits in der Antike eine Auflistung besonderer Bauwerke oder Standbilder. Die älteste Überlieferung einer Liste von Weltwundern geht auf den Geschichtsschreiber Herodot zurück (etwa 450 v. Chr.).
Die erste vollständige Liste der bekannten „Sieben Weltwunder“ findet sich in einem Epigramm ...   Kartenbeschreibung lesen

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