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Kassel vor der Bombennacht am 22. Oktober 1943 - nord-östlich der Altstadt

Kassels Stadtbild ist heute geprägt durch die Architektur der 50er Jahre. Der mittelalterliche Fachwerkkern, die hugenottischen Stadterweiterungen des Barock und die bürgerlichen Bauten des 19. Jahrhunderts - sie alle wurden in der verheerenden Bombennacht am 22. Oktober 1943 größtenteils zerstört.

Die Karte zeigt das Stadtbild nördlich der Altstadt um 1943.

Die Grafik wurde mit freundlicher Unterstützung von Hans Germandi (Historiker), Michael Hess (Stadtarchiv) und dem Stadtarchiv erstellt.

Die Punkte, an denen neue Bilder eingefügt wurden, sind blau markiert.

Haben Sie Bilder für die Karte? Dann schicken Sie sie per Email an online@hna.de

Am Werr und Finkenherd

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Magazinstraße

Gartenstraße

Gießbergstraße

Weserstraße

Die an der Weser Straße und am westlichen Fuldaufer in der Nähe des Karlshospitals und des Hafens gelegene Mühle trägt den Namen ihres früheren Besitzers, des Bäckermeisters Otto Vogt (1852–1932), der die Mühle, die damals noch Große Ahnaberger Mühle hieß, 1882 erwarb. Die ehemalige Getreidemühle ist, so hat es jedenfalls ihre jetzige Betreiberin Annette Lange-Spohr herausgefunden, etwa 850 Jahre alt.

Als größtes Wasserkraftwerk in Kassel und Umgebung liefert sie heute Strom für etwa 660 Haushalte der Stadt – in einer Zeit, in der mehr denn je auf regenerative Energien gesetzt wird, eine außerordentlich erfreuliche Leistung.

Die Wolfhager Strasse in Kassel verläuft aus Richtung Wolfhagen über Kassel-Harleshausen und Kassel-Rothenditmold nach Kassel-Mitte.

Holländische Straße

Zwischen Idylle und Zerstörung: Die Holländische Straße im Lauf der Geschichte

Verweilen? Oder doch lieber schnell weiter? Die Holländische Straße zieht gleichzeitig an und stößt ab. Ist sie schön? Gibt es irgendwo, in irgendeiner Stadt eine schöne Hauptausfallstraße? Durchrauschen. Vierspurig. Vielleicht muss man aber nur mal stehen bleiben. Sich die Straße angucken. Sicher: Sie ist geschunden, zerhauen, hässlich. Aber da ist noch was. Wäre sie ein Mensch, sie würde viel seufzen. Vielleicht wurde sie deshalb in der Presse um 1920 das „Schmerzenskind der städtebaulichen Entwicklung Kassels“ genannt.

Am Anfang war es noch ganz nett an der Holländischen. Wer um 1735 nordwärts aus Kassel raus wollte, hatte zwei Möglichkeiten: den alten holländischen Postkurs, später „Fahrender Lippstädter Kurs“ auf der heutigen Wolfhager Straße. Und – auf der Holländischen Straße – den „Neuen Holländischen Kurs“ über Westuffeln (dort war der erste Pferdewechsel). Über die Straße floss die Mombach. Stadtbaumeister Klocke veranlasste 1749, dass die Holländische Straße ausgebaut und die Mombach-Furt durch eine Brücke ersetzt wurde. Immerhin war die Straße Teil eines großen, alten Verkehrswegs zum Niederrhein und bis nach Holland.

Unsere große breite Holländische Straße hat klein angefangen. Als sie noch Müllergasse hieß, führte sie gerade mal vom Pferdemarkt bis zum Müllertor. Das fiel, als die Kasseler Festungsanlage 1767 geschleift wurde. Das Holländische Tor entstand, mitten auf dem heutigen Holländischen Platz. Wahrscheinlich war es für die Henschel-Arbeiter keine Freude, die riesigen neuen Loks mit einem 60 Pferde starken Gespann auf dem Weg zum Oberstadtbahnhof durch das Tor zu fädeln. 1866 wurde es abgerissen.

Vor der Industrialisierung muss es längs der Holländischen Straße idyllisch gewesen sein: große Obst- und Gemüsegärten und Gärtnereien. Erst nach und nach entstanden Häuser außerhalb des Altstadtrings. Das Haus mit der Hausnummer 1 – so steht es auch im Kasseler Adressbuch von 1828 – war das „Oestreich“, die sehr beliebte Gastwirtschaft von D. Oestreich. Im Saal des spielte ein „Liebhabertheater“, am liebsten Lustspiele. Im Sommer gab es im großen, schattigen Laubengarten „vortrefflichen Kaffee und bestes Bier“ – so Notizen eines Zeitzeugen. Damals, also um 1850, war die Holländische Straße eine Pappelallee. Der Hauptfriedhof war noch ganz neu.

Die Zerstörung der Idylle begann schleichend. 1810 errichtete Henschel die erste kleine Fabrik in der Nordstadt. 1837 war der Fabrik-Neubau am Möncheberg fertig. Auch andere Betriebe siedelten sich an: Gottschalk, Kolbenseeger, die Waggonfabrik von Thielemann, Eggena, die Kasseler Gasbereitungsanstalt, der Schlachthof.

Viele Betriebe, viele Arbeiter – 1837 arbeiteten allein bei Henschel 200 Leute, um 1900 waren es schon 2200. Für all die Arbeiter musste Wohnraum her, praktischerweise in Werksnähe. Die Altstadt war zu eng. Die neu entstehenden Wohnungen im Vorderen Westen für Arbeiter nicht bezahlbar. Im Gebiet an der Holländischen Straße schossen Mietskasernen aus dem Boden. Vierstöckig, aus Ziegelstein. Da haben wir die Nordstadt. Das neue Wohngebiet war schnell völlig zugebaut.

Ach, die Holländische Straße hat eine Menge abgekriegt. Die Bomben des Zweiten Weltkriegs (siehe auch 1943 und 1945)haben ihr den Rest gegeben. Die Bomben galten den Fabriken. Sie trafen aber auch die Wohnblocks. Sie trafen die Holländische Straße: Schmerzenskind der Stadt.

Aus dem HNA-Regiowiki http://regiowiki.hna.de/Holl%C3%A4ndische_Stra%C3%9Fe

Schützenstraße

Franzgraben

Kloster Ahnaberg / Kaserne

Das Kloster Ahnaberg war ein Augustiner-Chorfrauen-Stift auf dem Ahnaberg in Kassel. Vor 1148 gegründet, wurde der Konvent im Rahmen der Reformation 1527 durch Landgraf Philipp I. dem Großmütigen aufgelöst und die Klosteranlage eingezogen. 1878 wurden die letzten Reste des Klosters abgebrochen. An der Stelle steht heute die Max-Eyth-Schule Kassel.

Mit der Reformation in Hessen wurde auch das Ahnaberger Kloster aufgelöst. Das Klostergebäude, erst 1512 neugebaut, ging 1527 in den Besitz der Landgrafen über und wurde bis 1763 als Pferdestall und Fruchtmagazin genutzt. Zusammen mit dem Zeughaus war es ein Teil der Kasseler Festungswerke. 1763 wurde die Anlage zur ersten Kaserne der Garde du Corps und der Artillerie umgebaut. Das Hessen-Kasselsche Garde du Corps wurde 1619, zur Zeit des Landgrafen Moritz des Gelehrten, erstmalig mit 50 Kürassieren erwähnt. Die Garde blieb aber nur bis 1797 in der Kloster-Kaserne. Der Platz der heutigen Oskar-von-Miller-Schule diente als Reitbahn.

Die bereits 1741 erwähnte selbständige Hessen-Kasselsche Artillerie war bis 1918 auf dem Gelände untergebracht. Das Zeughaus diente bereits der Festungsartillerie als Magazin und wurde nach Schleifung der Festung nach 1763 zum Teil der Kloster-Kaserne. Damals befanden sich auf der anderen Seite der Weserstraße weitere Gebäude, so z.B. Anlagen zur Herstellung von Salpeter, Stallungen und die landgräfliche Gießerei, in der Kanonen gegossen wurden. Dort wurde 1810 die Firma Henschel & Sohn gegründet. Die Kloster-Kaserne genügte aber bald nicht mehr den Anforderungen und ab 1829 wurde ein Neubau geplant. Obwohl das Gebäude der Kloster-Kaserne tatsächlich noch bis 1878 existierte, wurde es im Stadtplan von 1830 (Koppen) aufgrund der Neuplanung bereits voreilig durch ein anderes Gebäude ersetzt. 1832 war die alte Kloster-Kaserne nur noch Teil der neuen Artillerie-Kaserne. Aus dieser Kaserne, die zuletzt dem 1. Kurhessischen Feldartillerie-Regiment Nr. 11 diente, gingen nicht nur alle späteren hessischen Artillerieverbände hervor, sondern auch das Train-Bataillon Nr. 11 (Train-Kaserne an der Weserspitze in Kassel) und das Pionier-Bataillon Nr. 11 (Hann. Münden).

Aus dem HNA-Regiowiki http://regiowiki.hna.de/Kloster_Ahnaberg

hier wurde 1810 die Firma Henschel & Sohn gegründet. Mehr über Henschel im HNA-Regiowiki unter http://regiowiki.hna.de/Henschel

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Kassel vor der Bombennacht am 22. Oktober 1943 - nord-östlich der Altstadt

von hnaonline erstellt am 09.07.2010 16:47
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Kassels Stadtbild ist heute geprägt durch die Architektur der 50er Jahre. Der mittelalterliche Fachwerkkern, die hugenottischen Stadterweiterungen des Barock und die bürgerlichen Bauten des 19. Jahrhunderts - sie alle wurden in der verheerenden Bombennacht am 22. Oktober 1943 größtenteils zerstört. Die Karte zeigt das Stadtbild nördlich der Altstadt um 1943. Die ...   Kartenbeschreibung lesen

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