Kassel vor der Bombennacht am 22. Oktober 1943 - InnenstadtKassels Stadtbild ist heute geprägt durch die Architektur der 50er Jahre. Der mittelalterliche Fachwerkkern, die hugenottischen Stadterweiterungen des Barock und die bürgerlichen Bauten des 19. Jahrhunderts - sie alle wurden in der verheerenden Bombennacht am 22. Oktober 1943 größtenteils zerstört. Die Karte zeigt das Stadtbild der Kasseler Innenstadt im Jahr 1928. Die Grafik wurde mit freundlicher Unterstützung von Hans Germandi (Historiker) und Michael Hess (Stadtarchiv) erstellt. Neu eingefügte Bilder finden Sie an den blauen Punkten.
Königsstraße Die Hauptgeschäftsstraße Kassels hat - wie Königsplatz und Königstor - ihren Namen von dem hessischen Landgrafen Friedrich (1676 bis 1751), der seit 1720 als Friedrich I. König von Schweden war. Sie wird durch den Königsplatz in zwei unterschiedlich erscheinende Straßenstücke geteilt: Obere und Untere Königsstraße. Die Obere Königsstraße präsentiert sich wesentlich prachtvoller als ihre Fortsetzung in Richtung des Holländischen Platzes. An der Oberen Königsstrasse steht das imposante Kasseler Rathaus. Und die in den 50-ern des vorigen Jahrhunderts städtebaulich wegweisend gebaute Treppenstraße steigt von ihr in Richtung Kulturbahnhof auf. Im Osten grenzt der Friedrichsplatz an diese Prachtstraße an. Dagegen ist die Untere Königsstraße doch erheblich bescheidener ausgestattet. Gerade mal an ihrer oberen Einmündung in den Königsplatz, mit dem City-Point auf dem früheren Alte Hauptpost-Grundstück, ist etwas von der "Pracht" einer großstädtischen Geschäftsstraße vorhanden; auch ist sie im Unterschied zur Oberen Königsstraße nicht geradlinig, was vor allem in der Weihnachtszeit nach der festlichen Ausgestaltung und Illumination den Unterschied deutlich erkennbar macht.
Preußisches Staatstheater Im Jahre 1909 wurde das von Kaiser Wilhelm II. in Auftrag gegebene Opernhaus am Friedrichsplatz eröffnet, dessen Pläne er selbst mitgestaltete und welches gleichzeitig als Hoftheater diente. Er nahm selbst Einfluss auf die Inszenierungen und besuchte alle Aufführung mindestens einmal. Trotz vehementer Einwände der Bevölkerung wurde das kriegsbeschädigte Gebäude abgerissen. Aus dem HNA-Regiowiki: http://kassellexikon.hna.de/Staatstheater ----------------------------------- Das Auetor: Als Kassels Festungswerke zugunsten einer Stadterweiterung unter Landgraf Friedrich II. fielen, entstand eine Reihe von neuen Stadttoren. An Stelle einer alten Bastion wurde damals an der östlichen Schmalseite des neu geschaffenen Friedrichsplatzes das Friedrichstor errichtet. Es bildete den Hauptausgang aus der Stadt zur Aue. Wegen seiner Lage an so hervorragender Stelle hatte man zunächst geplant, nach dem Vorschlag des Pariser Architekten Le Doux das Tor als gewaltigen Triumphbogen zu bauen. Wahrscheinlaich des hohen Kostenvoranschlages von 90.000 Talern wegen wurde aber auf dieses Projekt verzichtet. Dagegen ließ der Landgraf einen Entwurf seines Baumeisters Simon Louis du Ry ausführen: zwei flach gedeckte Wachthäuser in toskanischem Stil mit Säulenvorbauten. (Die Häuser dienten als Wache und Offiziersarrestlokal.) Ein Tor aus weiß gestrichenen Holzstaketen mit vier hohen Sandsteinpfeilern stellte die Verbindung zwischen beiden Häusern dar, auf deren Aufbauten über dem Hauptgesims römische Kriegstrophäen – Arbeiten Nahls – aufgesetzt waren. 1782 stand das Tor fertig da. Es hatte rund 11.000 Reichstaler gekostet. Nach den Freiheitskriegen wurden die alten Pläne, am Friedrichsplatz nach der Aue hin einen Triumphbogen zu errichten, wieder hervorgeholt. Dem Architekten des Kurfürsten, Johann Konrad Bromeis, gelang es aber, Kurfürst Wilhelm II. für bescheidenere Pläne zu gewinnen. 1824 setzte Bromeis an Stelle der Torpfeiler und der weiß gestrichenen Staketen zwischen die beiden Wachthäuser einen Torbogen aus geschliffenen Quadern mit zwei an die Wachthäuser reichenden Säulenhallen. Die Häuser wurden gleichzeitig ein wenig vergrößert, so dass eine breit gelagerte Gesamtanlage entstand. Die allgemeine Begeisterung nach dem gewonnenen Kriege von 1870 verlangte nach einer geeigneten Form, den Dank der Bevölkerung an die tapferen Söhne des Hessenlandes in diesem Feldzuge auszudrücken. Man dachte an ein Denkmal. Das Auetor, das alte Friedrichstor, sollte – obwohl es dadurch zweckentfremdet wurde – den Grundstock dafür abgeben. Man spielte mit dem Gedanken, eine Quadriga mit einer Hassia-Figur (Vorbild: das Bandenburger Tor in Berlin) obenauf zu setzen. Auch war geplant, das Auetor mit einem Standbild Kaiser Wilhelms I. zu krönen. Diesen Vorschlag jedoch widersetzte sich der bescheidene Monarch. Als das Denkmal am 22. März 1876 feierlich enthüllt wurde, hatte man mitten auf dem Auetor einen ehernen preußischen Adler mit weit gespannten Flügeln gesetzt, der von dem Bildhauer H.W. Brandt entworfen war. Brandt hieß allgemein der „Löwen-Brandt“, weil seine Spezialität eigentlich die Darstellung von Löwen war. Die gewaltigen Flügel des Adlers boten dem Wind bequeme Angriffsflächen, deshalb hatte man das Tier aus Sicherheitsgründen auf seinem Rücken mit gekreuzten Eisenbändern versehen. Die Kasselaner erfanden dafür schnell die Bezeichnung „Hosenträger“. Der Unterbau erhielt rechts und links je eine Kriegergruppe, den Abschied und die Wiederkehr der Truppen darstellend. Adler und Figuren wurden von Siemering gegossen. Die Bauleitung hatten Heinrich von Dehn-Rotfelser und Joh. Balhorn. Quer über dem Auetor prangte die Inschrift: „Hessischer Tapferkeit im Kriege gegen Frankreich 1870 und 71". Das Auetor am Rand des Friedrichsplatzes musste 1907 dem Bau des Königlichen Theaters weichen. Dieses wiederum wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und später abgerissen. Man stellte Mittelteil, Tor und Säulenhallen in den Anlagen des Regierungs- und Gerichtsgebäudes auf. Hier neben dem Regierungsgebäude stand das Tor ohne Sinn und Zweck an wenig eindrucksvoller Stelle, bis die Bomben des Zweiten Weltkrieges es zerstörten. Die Flügelbauten, die alten Wachthäuser, verschwanden. Lediglich die Trophäen rettete man in die Gärten von Intendantur und Militärlazarett. Das Auetor schloss damals den Friedrichsplatz in Richtung Südosten ab. Hier spielte sonntags eine Kapelle zur Wachablösung. An dem ursprünglichen Standort des Auetors steht seit der documenta 6 im Jahre 1977 der so genannte Rahmenbau des Teams Haus-Rucker-Co, der zugänglich ist und an seinem Ende einen besonderen Blick auf Orangerie und Auepark bietet. Aus dem HNA-Regiowiki: http://kassellexikon.hna.de/Auetor
Naturkundemuseum im Ottoneum Unter Landgraf Moritz entstand 1603-1606 in Kassel mit dem Ottoneum der älteste feste geschlossene Theaterbau in Europa; so benannt nach des Landgrafen Sohn Otto. Architekt war Wilhelm Vernuken. In späteren Jahren wurde der Bau sehr unterschiedlich genutzt: Im 30-jährigen Krieg auch zum Gießen von Kanonen, um 1696 wurde es zum Kunsthaus umgebaut. Hier fanden die landgräflichen Kunstsammlungen und das Collegium Carolinum (ab 1709, eine Art technische Hochschule) ihre Unterkunft. Die Rückseite zum Friedrichsplatz und die seitlichen Giebel stammen aus jenem Umbau; das Gebäude zeigt sowohl Stilelemente des Barock, aber auch der Renaissance. Seit 1888 beherbergt es das Naturkundemuseum mit seinen vielfältigen präparierten Exponaten aus Flora und Fauna, aber auch Mineralien und andere Sehenswürdigkeiten; dies alles sowohl aus unserer Heimat wie auch der fernen Welt. Vor dem Ottoneum steht auf seiner Nord-, der Eingangsseite, der nach dem Physiker und Erfinder Denis Papin benannte Papin-Brunnen; hier soll Papin seine Erfindung einer Pumpe im Jahre 1706 vorgeführt haben. Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit hatte Papin seinerzeit eine Hochdruck-Dampfpumpe gebaut, die Wasser 24 Meter hoch fördern konnte. Die Konstruktion wurde Landgraf Karl dort vorgeführt, wo heute der Papin-Brunnen an den genialen Physiker erinnert. Die Metallverarbeitung konnte zu jener Zeit aber noch nicht der anspruchsvollen Technik genügen und das Wasser spritzte aus den undichten Verbindungsstellen der Metallrohre. Aus dem HNA-Regiowiki: http://regiowiki.hna.de/Ottoneum
Wildemannsgasse Bis 1330 galt die Wildemannsgasse, die zuvor Herrengasse hieß, als die modernste Straße Kassels und wurde von wohlhabenden Leuten bewohnt. Erst mit dem Bau des dritten Kasseler Stadtteils, die Freiheit, verlor sie diesen Status. Neben dem Gasthaus "Zum Wilden Mann" befand sich an der Wildemannsgasse auch das Gasthaus "Zur Pinne". Die eigene Brauerei war in einem tiefen Keller unter dem Gebäude untergebracht. Im Zweiten Weltkrieg dienten die Gewölbe als Luftschutzkeller. Bei der Zerstörung Kassels am 22. Oktober 1943 kamen etwa 400 Menschen in dem vermeintlich sicheren Raum ums Leben.
Unterneustadt Die Fuldabrücke führt vom Altmarkt über den Fluss in die Unterneustadt. Die neue Fuldabrücke wurde von 1788 bis 1794 erbaut. 1909 wurde sie abgerissen und, um dem wachsenden Verkehrsaufkommen gerecht zu werden, bis Dezember 1910 stabiler und breiter neu gebaut. Vom Ufer der Unterneustadt hatte man einen hervorragenden Ausblick auf das Rondell und die Schlagd. Dieser Bildpunkt erhält auch Fotos von Teilen der Unterneustadt, die knapp außerhalb der Karte liegen.
Fischgasse Die Fischgasse hieß früher Fischmarkt und führte vom Altmarkt zum Töpfenmarkt. Dort befand sich die Kneipe "Zum Kristallpalast", in der sich vor dem Zweiten Weltkrieg viele Kasseler Richter trafen. Als das Henschel-Haus am Weinberg 1932 abgebrochen wurde, übernahm der Wirt des "Kristallpalastes" die Vertäfelung und kleidete seinen Gastraum damit aus.
Weinberg Am Hang des Weinbergs stand bis ins Jahr 1932 die Henschel-Villa, dann wurde sie abgebrochen. Die Vertäfelung erstand ein Kasseler Wirt, der seine Kneipe "Zum Kristallpalast" am Töpfenmarkt damit auskleidete.
Altes Oberneustädter Rathaus, erbaut von 1771 bis 1775 von Architekt Louis Du Ry, unter Landgraf Friedrich II.
Garnisonkirche Die Garnisonkirche war eine spätbarocke Kirche. Sie wurde am 14. Oktober 1770 als Predigtstätte für Militärangehörige reformierten Bekenntnisses in Kassel eingeweiht. Acht Jahre später wurde ihr Turm fertig gestellt. Nach ihrer Beschädigung im Zweiten Weltkrieg und einem späteren Teilabriss steht ihre Ruine noch heute in der Kasseler Innenstadt.
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Copyright: HNA.de Stadt Kassel Vermessung und Geoinformation Nr. 1016 Stadtarchiv Hans Germandi
Schlagd - Linkes Fuldaufer in der Altstadt
Wilhelmshöher Platz Der Brüder-Grimm-Platz wechselte häufiger seinen Namen. Hieß er Anfangs noch Weißensteiner Platz, nach dem Vorgängerbau des heutigen Schlosses Wilhelmshöhe wurde er nach dem Schlossneubau in Wilhelmshöher Platz umbenannt. Zur Gründerzeit findet man auch die Bezeichnung Rondel-Platz. Im Dritten Reich trug er den Namen Adolf-Hitler-Platz. Erst seit dem 2. Weltkrieg heißt die Anlage Brüder-Grimm-Platz, weil die Brüder Grimm zeitweilig hier ihre Wohnung hatten. An dem Platz liegt das hessische Landesmuseum.
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Bernhardistraße (heute Kurt-Wolters-Straße)
Hessenkampfbahn Mehr zum Thema lesen Sie unter http://regiowiki.hna.de/Hessenkampfbahn
Philippsplatz (heute Landgraf-Philipp-Platz)
Orleanstr. (heute Erzberger Straße)
Zwehrener Turm Der Zwehrenturm, auch Zwehrener Turm, ist das einzige noch erhaltene Stadttor in Kassel. Der Turm wurde im Jahre 1330 in gotischem Stil erbaut. Der Befestigungsturm diente als Stadttor in Richtung Frankfurt und war der Haupteingang in das mittelalterliche Kassel. Ursprünglich hatte der Turm ein Dach in Pyramidenform. Der Wappenstein stammt aus dem Jahre 1554. Im Jahre 1597 baute man das Neue Tor im Bereich des heutigen Königsplatzes. Grund waren häufigen Unfälle im Bereich des alten engen Tores. Das Tor wurde für den Verkehr geschlossen und diente bis 1639 als Durchfluss für die Drusel, die sich von dort in den Befestigungsgraben ergoss. 1709 ließ Landgraf Karl im oberen Teil des Turmes eine Sternwarte einbauen. In die drehbaren Kuppel wurden die modernsten astronomischen Instrumente eingebaut. Der unter Teil der Turmes wurde bis ins 17. Jahrhundert als Gefängnis für Verbrecher "besserer Stände" genutzt. Im Rahmen eines Umbaus wurde der Turm 1779 mit dem Museum Fridericianum verbunden. Gleichzeitig wurde der Kuppelhelm abgebrochen und von Simon Louis du Ry durch einen oktogonalen Observatoriumsraum ersetzt. Nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges wurde der Zwehrener Turm erst 1959/60 wiederhergestellt. Gerade die linke Ansicht vom Friedrichsplatz aus zeigt wieder die gelungene Im Jahre 1977 wurde als documenta 6-Beitrag Horst H. Baumanns Laserstrahl auf dem Turm installiert. Aus dem HNA-Regiowiki: http://kassellexikon.hna.de/Zwehrener_Turm
Rathaus Kassel Das Rathaus befindet sich im Stadtzentrum Kassels an der Oberen Königsstraße und ist auch an Fünffensterstraße, Karlsstraße, Karlsplatz und Wilhelmsstraße gelegen. Das symmetrisch-H-förmige Altgebäude aus Gelbsandstein wurde im niederländischen Barock mit Renaissance-Einfluss ("Neubarock") in den Jahren 1905 bis 1909 errichtet. Vor dem Rathaus befinden sich der Henschel-Brunnen von H. Everding (1912) und der versenkte Aschrottbrunnen von H. Hoheisel (1987). - Geschichte - Um 1180 wurde in der Altstadt ein erstes Rathaus gebaut. Später hatten alle Stadtgemeinden, Altstadt, Unterneustadt und Freiheit, eigene Rathäuser. Im 15. Jahrhundert errichtete man ein gemeinsames Rathaus am Altmarkt. Das "französische Rathaus" in der oberen Karlsstraße, damals schräg gegenüber dem heutigen Rathausstandort, war Rathaus für ganz Cassel von 1837-1909. Das jetzige “Neue Rathaus“ ist das sechste der Stadt und wurde für 3,2 Millionen Mark zwischen 1905 und 1909 nach Plänen des Architekten Karl Roth (später bekannt durch weitere große Rathausbauten in Dresden, Wuppertal und Bochum) an die Stelle eines Ausstellungsgebäudes gebaut, als das Rathaus an der Oberen Karlsstraße zu klein geworden war. Das Repräsentationsgebäude mit symmetrischem, H-förmigem Grundriss, gegliedert durch vor- und zurücktretende Baukörper, zierten Balkone, Altare, Gesimse, Erker und der nachträglich aufgesetzte Uhrturm. Es wurde damit dem Barock der hugenottischen Oberneustadt angepasst. Die Einweihungsfeier war am 9. Juni 1909. Nach dem 2. Weltkrieg, in dem das Rathaus ausbrannte und stark beschädigt wurde, baute man es 1950 mit vereinfachter Dachform und ohne Turm wieder auf. Später wurden damals moderne Anbauten rechtwinklig angefügt, sodass ein Innenhof entstand. Aus dem HNA-Regiowiki: http://kassellexikon.hna.de/Rathaus_Kassel
Mittelgasse Die Mittelgasse ist eine der innerstädtischen Straßen, die östlich des Königsplatz relativ parallel zur Unteren Königsstraße das Quartier um die Martinskirche zur Wohn- und Geschäftslage machen. Die Mittelgasse verbindet Steinweg mit Kurt-Schumacher-Straße und grenzt zuvor an den Martinsplatz mit der Martinskirche; kreuzt relativ mittig den Entenanger, dessen Name sicher darauf verweist, dass hier vor der Bebauung des Bereichs zur Fulda hin, eine große mit Enten und vermutlich auch anderem Geflügel beweidete Grasfläche war. An der Mittelgasse befanden sich unter anderem die Metzgerei Gast, das Möbelgeschäft Mangold, Kinderwagen Herzer und Schuhbedarf Metz. 1714 übernachtete der Schwedenkönig Karl XII. inkognito als Hauptmann Peter Frisch im Gasthof "Stadt Stockholm" in der Mittelgasse Ecke Entengasse. Der deutsche Unternehmer Paul Julius Freiherr von Reuter, Gründer der Nachrichtenagentur „Reuters Telegraphic Comp. Incorporated“, wurde am 21. Juli 1816 in Kassel geboren. Sein Geburtshaus stand an der Ecke Druselgasse/Mittelgasse. Von 1835 bis 1883 befand sich die Seifenfabrik Diemar & Heller in den Häusern von Johann Heinrich Diemar am Martinsplatz und in die Mittelgasse 60. Die Firma entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem Großbetrieb. 1883 zog der Betrieb aus Platzgründen in den Agathof an der Hannoverschen Straße in Bettenhausen.
Judenbrunnen, wurde 1935 in "Hinter der Waage" umbenannt. Der Judenbrunnen war eine Gasse in der Altstadt, die in der Nordwestecke des Altmarkts von der Einmündung der Marktgasse nach Norden abzweigte, neben dem spätgotischen Rathaus verlief und dann zur Wildemannsgasse (Herrengasse) abbog (etwa gegenüber dem Gasthof zur Pinne). Im 18. Jahrhundert hieß sie auch zeitweise "Kleine Herrengasse". Im Keller des Hauses Judenbrunnen 10 (am Haus Datierung 1507) war ein rituelles jüdisches Bad eingebaut, unter dem Dach befand sich ein "Tempel" (eine Laube, eventuell wie sie beim Laubhüttenfest benutzt wird). In der Nähe des Hauses stand ein öffentlicher Brunnen. Ungeklärt ist, ob an dieser Gasse zeitweise bevorzugt Juden wohnten, oder ob das Haus Nr. 10 Ausgangspunkt des Namens war. Aus dem HNA-Regiowiki: http://regiowiki.hna.de/Judenbrunnen
Die Bayerische Bierstube in der Mittelgasse ist der Geburtsort der Martini-Brauerei. Noch heute zeigt das Firmenlogo die Türme der Martinskirche. Martini-Gründer Adolf Kropf zog 1895 mit der Brauerei an die Kölnische Straße um. Die Bierstube wurde in der Bombennacht zerstört.
Entengasse Die Entengasse verbindet Oberste Gasse, Mittelgasse und Graben. Heute befindet sich dort der Entenanger mit dem Parkplatz.
Lutherkirche und Lutherplatz Nach den Plänen von Prof. Hugo Schneider entstand ein neugotischer, dreischiffiger Kirchenbau. Die Kirche wurde am 28. November 1897 geweiht. Der Medizinalrat Dr. Gottlieb Friedrich Fiedler ermöglichte mit einer großzügigen Spende den Bau des Gotteshauses. Sie war die Kirche für die Lutheraner in Kassel. Mit zwei anderen lutherischen Gemeinden bildete die Kirchengemeinde der Lutherkirche bis 1930 einen kleinen Gemeindeverband in einem reformierten Umfeld. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bis auf die Außenmauern des Kirchenschiffs und den 76 Meter hohen Turm bei der Bombardierung Kassels zerstört. Der erhaltene Turm ist mit 76 Metern Kassels höchstes Kirchenbauwerk. Aus dem HNA-Regiowiki: http://regiowiki.hna.de/Lutherkirche_(_Kassel_)
Fuldabrücke und Fuldaufer
Druselturm: Durch die Einleitung des Druselkanals in die Stadt Kassel war die Stadtbefestigung an dieser Stelle geschwächt. Daher wurde 1415 hier der Druselturm errichtet. Der runde Druselturm wurde damals als Wehrturm in die Stadtmauer eingelassen. Als diese später abgerissen wurde, blieb der Druselturm stehen. Ursprünglich diente der Druselturm, der auch Teichturm hieß, als Wehrturm und Gefängnis. Die Gefangenen wurden durch ein Loch im Boden des Turms in die darunterliegenden Verliese herabgelassen. Landgraf Philipp der Großmütige, der zwischen 1547 und 1552 in den Niederlanden kaiserliche Gefängnisse von innen erleben musste, ließ die Verliese später mit einer Heizung versehen. Auch als Räucherkammer für den Hof, Materiallager und zuletzt als Fotogeschäft fungierte der Turm. Seinen Namen verdankt der Druselturm der Drusel, die an dieser Stelle unter der Mauer in die Stadt hinein floss. Dieses Wasser wurde im Druselteich gespeichert und floss dort in steinernen Rinnen, die man "Drusel" nannte in die Straßen. Die Frauen nutzten dieses Wasser zum putzen und waschen, als Trinkwasser war es allerdings nicht geeignet. Er hat als einer der letzten mittelalterlichen Bauten der Stadt einige Brände und Sturmzeiten überlebt. Im Bereich Hedwigstraße zwischen Unterer Königsstraße und Oberster Gasse ist der Verlauf der alten Stadtmauer durch farbiges Pflaster kenntlich gemacht. Nicht immer bedeckte den Druselturm das schlichte Kegeldach, das ihn heute behütet. Von 1906 bis 1943 trug der Turm ein schmuckes Dach mit vier Erkertürmchen, die lange Zeit das Stadtbild prägten. Im Zweiten Weltkrieg aber brannte der Turm aus und das Dach wurde zerstört. Zum zweiten Mal in seiner Geschichte, denn bereits 1905 war der Turm vollständig ausgebrannt. Man nimmt an, dass der Turm bereits bei seiner Erbauung mit Dacherkern ausgestattet wurde. 1686 aber war dieses Ur-Dach abgebrochen worden, weil es schadhaft war. Zu dieser Zeit erhielt der Druselturm jedenfalls ein schlichtes erkerloses Kegeldach. Nach dem Krieg orientierte man sich an diesem Vorbild und war erst 1960 fertig mit dem Wiederaufbau. Seit Januar 2007 ist der Druselturm in grüne Netze eingepackt und mit einem Gitter abgesperrt. Der Grund: Der zum großen Teil jahrhundertealte Fugenmörtel bröckelt. Der einst höchste Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung muss saniert werden. Aus dem HNA-Regiowiki: http://regiowiki.hna.de/Druselturm
Justiz- und Regierungsgebäude Ab 1875 entstand unter preußischer Regie das 1882 fertig gestellte Regierungsgebäude auf den Grundmauern der Chattenburg. Die neuen Landesherrn benötigten keine Residenz mehr, sondern einen Verwaltungsbau für die Königlich Preußische Regierung zu Cassel - die Keimzelle des späteren Regierungspräsidiums. Das Verwaltungs- und Justizzentrum wurde bei der Bombardierung Kassels im Oktober 1943 völlig zerstört, die Ruine von 1949 bis 1953 abgetragen. In den Jahren 1957 bis 1960 wurde das heutige Bürohochhaus gebaut. Aus dem HNA-Regiowiki: http://kassellexikon.hna.de/Regierungsgeb%C3%A4ude
Hohentorstraße Die Hohentorstraße führte östlich der Martinskirche von der Altstadt über die Königsstraße zum Hohen Tor. Dort lag der Altstädter Friedhof auf dem Grundstück der Lutherkirche ausserhalb der Stadtmauer. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde die Hohentorstraße beseitigt. Ecke Hohentorstraße-Untere Königstraße befand sich das Kaufhaus "Residenzkaufhaus Christian Herjett", auch "Residenzbekleidungshaus". An der Ecke Hohentorstraße und Mittelgasse hatte sich der Frisör Dettmer niedergelassen. Das 1605 erbaute Pfarrhaus befand sich an der Hohentorstraße, gleich neben der Martinskirche. Am 1. April 1812 brannte das Gebäude ab, wurde 1813 aber wieder errichtet. Im Haus Nummer 35 wohnten die "leichten Mädchen". Besonders an den Reichskriegertagen, die in Kassel veranstaltet wurden, sollen sich vor dem Haus lange Schlangen gebildet haben. Aus dem HNA-Regiowiki: http://regiowiki.hna.de/Hohentorstra%C3%9Fe
Graben In der Straße Graben befanden sich viele Geschäfte, vor allem handwerkliche Betrieb und Tante-Emma-Läden. Auch das Kasseler Leihhaus und die alte Lutherische Kirche, erbaut von 1734 bis 1738, waren dort zu finden. Der Brunnen am Graben, gebaut 1567 von Jacob Bolling, wurde 1896 abgebrochen.
Orangerie Die Orangerie ist ein schlossähnliches Gebäude aus der Barockzeit in der Karlsaue in Kassel nahe der Innenstadt. Sie bildet den nordöstlichen, räumlichen Querabschluss der Karlsaue, die - von ihrer Anlage her - auf die Orangerie hin ausgerichtet ist. Somit bereichert sie die gesamte Parkanlage zu einer einmaligen Komposition von Bau- und Gartenkunst; vermutlich gilt dies nicht nur für Nordhessen. Bereits 1570 hatte Landgraf Wilhelm IV. auf dem Gelände einen Lustgarten mit Lustschloss anlegen lassen. 1680 ließ schließlich Landgraf Karl den Park ausbauen und an der Stelle früherer Gewächs- und Pomeranzenhäuser von 1703 bis 1710 zunächst die Orangerie als Gewächs- und Wohnhaus und bis etwa Mitte des 18. Jahrhunderts die separat links und rechts von ihr stehenden Gebäude Küchenpavillon und Marmorbad errichten. Die beiden an die langgestreckten niedrigeren Zwischenbauten angrenzenden höheren Eckgebäude dienten als Wohnräume für den Landgrafen. Die Orangerie in der Karlsaue wurde als Gewächshaus und Sommerresidenz für den Landgrafen und dessen Gemahlin Maria Amelia erbaut. Ursprünglich wurden hier auch Orangenbäumchen gezüchtet und Pflanzen aus südlichen Ländern überwinterten. Das heutige barocke Schloss wurde etwa ab 1702 nach französischen Vorbildern errichtet, offenbar nach Plänen des landgräflichen Hofbaumeisters Johann Conrad Giesler. Zu Lebzeiten von Landgraf Karl wurde das Marmorbad am westlichen Ende der Orangerie ausgeführt (1722), ein Prunkgemach, das zur Präsentation zahlreicher Marmorbildwerke von Pierre-Étienne Monnot diente. Erst im Jahre 1765 wurde durch den Bau des Küchenpavillons, der dem Marmorbad östlich gegenüber steht, durch Simon Louis du Ry die Symmetrie der Anlage hergestellt. Der höhere zweigeschossige ehemals reich ausgestattete Mittelbau bildete im Erdgeschoß ein weites offenes Tor und damit eine Verbindung zwischen der Voraue (jetzt Hessenkampfbahn) und dem Park (Karlsaue). Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts begann mit der Beseitigung einzelner barocker Elemente die Umgestaltung des Parks in einen Landschaftsgarten, den Landgraf Friedrich II. einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte. Im 19. Jahrhundert und danach diente die Orangerie im wesentlichen als Ausstellungsgebäude. Die Orangerie wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Während der Bundesgartenschau im Jahre 1955 war in die damals noch zerstörte Orangerie in überzeugender Form die zentrale Ausstellungshalle eingebaut worden. Nachdem die Ruine zuerst nur gesichert worden war, erfolgte dann zur Bundesgartenschau 1981 der Wiederaufbau. Während das Innere vollkommen neu ausgebaut wurde, bemühte man sich, das Äußere originalgetreu wiederherzustellen, was mit Ausnahme einiger Fehler an der Südseite auch gelang. Der Karlsaue wurde damit ihr Herzstück wieder zurückzugeben. In der Orangerie befindet sich seit 1992 das Astronomisch-Physikalische Kabinett. Es beherbergt die ehemals landgräfliche Sammlung wissenschaftlicher Instrumente. Mit Astronomie, Uhren, Geodäsie, Physik und Mathematik/Informationstechnik gibt es fünf Ausstellungsbereiche. Daneben gibt es ein Planetarium für fünfzig Personen, welches zu einer Reise durch die moderne Kosmologie und Astronomie einlädt. Am Eingang der Orangerie befindet sich die Sonne des Planetenweges in der Karlsaue. Daneben beherbergt die Orangerie seit der documenta2 regelmäßig Kunstwerke sowie ein Restaurant. Aus dem HNA-Regiowiki: http://kassellexikon.hna.de/Orangerie
Untere Karlsstraße An der Karlsstraße befand sich die Bürgerschule Nummer 10. Der Fischbrunnen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg an den Entenanger versetzt. An der Ecke zum Seidenen Strümpfchen befand sich die Apotheke von Jerome Mons.
Turmgasse Die Turmgasse ist heute verschwunden, aber der Anfang ist noch als Torso vorhanden. Dort wo das Seidene Strümpfchen eine Biegung zur Unteren Karlsstraße macht, zweigt ein Stück gepflasterte Straße ab mit den alten Bordsteinkanten. Das ist der Rest der Turmgasse. Die Turmgasse zog sich von der Unteren Karlsstraße am Seidenen Strümpfchen und Garnisonkirche vorbei bis zum Druselturm. Da sie hinter den einstigen Hallengebäuden des Königsplatzes lag, hieß sie anfangs "Hinter den Hallen", die Kasselaner nannten sie jedoch "Hinner den Baracken". Später erhielt sie den Namen "Turmgasse". Vom Seidenen Strümpfchen aus betrat man die Turmgasse über eine Treppe. Am Anfang der Turmgasse stand früher eine Wellblechbedürfnisanstalt. Im Frühling erblühte hinter ihr aus einem trostlosen Hofgelände eine Rosskastanie. Die Bedürfnisanstalt wurde oft von den Marktfrauen genutzt, die ihre Stände auf dem Königsplatz hatten. Hausnummern gab es in der Turmgasse (mit einer Ausnahme) nur auf der rechten Seite, die linke bildeten die Hinterfronten der Häuser vom Königsplatz und der Unteren Königsstraße. Die Turmgasse beherbergte viele Gastwirtschaften: * Nr. 2: Eckhaus Seidenes Strümpfchen. Früher Gastwirtschaft "Zur Patronentasche". * Nr. 6: Gastwirtschaft "Zum seidenen Strümpfchen". * Nr. 12: Eckhaus An der Garnisonkirche. Honig Hause. * Nr. 14: Gastwirtschaft "Zur alten Stadtmauer". * Nr. 16: Gasthaus "Zum goldenen Hahn". * Nr. 18: Gastwirtschaft "Alt Cassel". * Nr. 22: Gastwirtschaft "Zum Druselturm". Quelle: Regio-Wiki: http://regiowiki.hna.de/Turmgasse
Schäfergasse Straße zwischen Bremer Straße und Kurt-Schumacher-Straße. 1674 wurde hier das Fruchthaus fertiggestellt. Es diente der Lagerung von Getreidevorräten. An der Unteren Schäfergasse befand sich das Gasthaus Wittrock - ein beliebter Treffpunkt der Kasseler SPD und für wandernde Zimmermänner. Auch Emil Dittmann ließ sich an der Schäfergasse nieder und gründete dort 1933 seinen Zeitschriftengroßhandel.
Pferdemarkt Der Pferdemarkt erstreckt sich vom Brink bis zur Unteren Königsstraße. An der Ecke zur Mittelgasse befand sich das Gasthaus "Zur amerikanischen Ecke". Der Tischlermeister August Döhne eröffnete am Pferdemarkt sein Geschäft für Schreinerbedarf. An der Ecke zur Oberen Schäferstraße ließ sich die Glaserei Koch nieder und an der Ecke zur Kasernenstraße befand sich die Gaststätte "Zur Bärenkammer". Bei der Zerstörung Kassels kamen dort 30 Menschen ums Leben.
Kastenalsgasse Die Kastenalsgasse war die erste geteerte Straße Kassels. Sie verlief zwischen der Müllergasse und der Artilleriestrasse. Der Name kommt wahrscheinlich von einem dort einst befindlichen Gefängnis. An der Kastenalsgasse hatte sich Carl Neuhauer mit Kassels größter Pferdemetzgerei und -handlung niedergelassen. Im Haus Nummer 9 wohnte bis zur Zerstörung der Altstadt Hans Germandi, Kassels Altstadtchronist. Gegenüber der Einmündung zur Kastenalsgasse, auf der anderen Seite des Brink, befand sich das Gasthaus "Weißer Hof". Hier nutzten Bauern aus Waldau und Sandershausen die angeschlossenen Stallungen und den Abspannhof, wenn sie mit ihren Pferdewagen Waren für die Märkte in die Stadt brachten.
Klosterstraße Das Haus Nummer 11 galt als das schönste Fachwerkhaus an der Klosterstraße. Sechs Gibel schmückten das Dach, im Ergeschoss befand sich das Geschäft "Konsum". Ein paar Meter weiter lag die Fleischerei Rehrmann. An der Ecke zum Töpfenmarkt stand das Gasthaus "Zur Fahne".
Martinsplatz Die Martinskirche prägt das Stadtbild am Martinsplatz. Ihre Türme sind unverkennbar und zählen zu den Wahrzeichen Kassels. Seit über 500 Jahren gehört die Martinskirche zum Stadtbild. In der Kirche, die bereits im Mittelalter als Bestattungsort diente, sind zahlreiche hessische Landgrafen beerdigt. Geschichte der Martinskirche: Mit dem Bau der Stiftskirche für die seinerzeit neu gegründete Vorstadt "Freiheit" wurde bereits 1384 begonnen, 1462 wurde der Gottesmutter Maria, dem heiligen Martin und der heiligen Elisabeth geweiht. Hier befand sich auch ein in den Jahren 1366/ 67 eingerichteter Chorherrenstift. Landgraf Ludwig I. soll 1437 ein Stück des Heiligen Kreuzes nach Kassel gebracht haben, was erklärt, dass die Martinskirche auch als Stift zum Heiligen Kreuz in geschichtlichen Quellen erscheint. Zur Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert wurde aus der Kirche ein protestantisches Gotteshaus. Unter der Herrschaft des Landgrafen Philipp I. gehörte Hessen neben Sachsen und Württemberg zu den Vorkämpfern der Reformation im Deutschen Reich. Der im Verlaufe der Jahrhunderte immer wieder veränderte Kirchbau erhielt in den Jahren 1889 bis 1892 Türme im neugotischen Baustil. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche 1943 vollständig zerstört. Ihr Wiederaufbau erfolgte unter Otto Heinrich Vogel in den Jahren 1954 - 58, wobei auch die gotischen Sterngewölbe mit in den Neubau einbezogen worden sind. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche 1943 vollständig zerstört. Ihr Wiederaufbau erfolgte unter Otto Heinrich Vogel zwischen 1954 und 58, wobei auch die gotischen Sterngewölbe mit in den Neubau einbezogen worden sind. Heute ist sie eine evangelische Pfarrkirche und die Predigtstätte des Bischofs der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Aus dem HNA-Regiowiki: http://regiowiki.hna.de/Martinskirche
Marktgasse An der Marktgasse wohnten von 1805 bis 1814 die Brüder Grimm über dem Zigarrengeschäft Almeroth. Die Straßenbahn führte Richtung Graben und weiter zum Schlossplatz. Ursprünlich sollte die schmale Marktgasse für den zunehmenden Verkehr erweitert werden. Aufgrund der vielen historischen Gebäude entschied man sich aber für den "Freiheiter Durchbruch". Im unteren Teil der Marktgasse befand sich die 1642 erbaute Hirsch-Apotheke.
Altmarkt Der Altmarkt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Kassel aber auch ein zentraler Platz der Stadt mit langer und wechselvoller Geschichte: Ursprünglich hieß der Altmarkt "Altstädter Marktplatz". Hier wurde 1404 die Stadtwaage gebaut. Der Altmarkt teilt das Schicksal aller großen, zentralen Plätze. Einst war er Mittelpunkt der Stadt, hier wurde 1408 das Rathaus errichtet und 1837 wieder abgerissen. Das alte Rathaus, ein teils im gotischen Stil errichtetes Fachwerkgebäude, würde heute als eine Perle der Architektur verehrt werden. Bereits in der französischen Besatzungszeit war das Altstädter Rathaus von 1808 bis 1813 aufgegeben worden. Seine Rolle übernahm vorübergehend das Rathaus, das eigens für die französische Oberneustadt in der Oberen Karlsstraße ab 1770 von Simon Louis du Ry errichtet worden war. In den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts bekamen zahlreiche Gebäude wieder ihre ursprüngliche Fachwerkfassade. Ende des 18. Jahrhunderts waren sie verputzt worden. Sie sollten sich den Häusern in der Oberneustadt anpassen. In der Bombennacht des 22. Oktober 1943 ging auch dieser Teil der Stadt verloren. In den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts und mit dem aufkommenden Autoverkehr galt der Altmarkt als modernste Kreuzung Europas. Auch die Unterführungen, heute als Sicherheitsrisiko eingestuft, waren eine damals hochmoderne Errungenschaft Aus dem HNA-Regiowiki: http://regiowiki.hna.de/Altmarkt Zeughaus: Mitten in Kassels Altstadt am Altmarkt stehen die Reste eines historischen Kleinods, das nur wenige wahrnehmen: das 1581 von Landgraf Wilhelm IV. (1567 bis 1592) begonnene und von seinem Sohn Landgraf Moritz dem Gelehrten zu Anfang des 17. Jahrhunderts zu Ende gebaute Zeughaus, eine einst riesige Befestigungsanlage. In ihr befand sich ein bedeutendes Waffenlager, gleichzeitig wurde dort Getreide aufbewahrt. Heute steht dort ein kläglicher Ruinenrest ein wenig verloren inmitten zwischen zwei großen, modernen Gebäudekomplexen der Max-Eyth-Berufsschule. Denn das einstige Schmuckstück wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und 1972 aus funktionellen und wirtschaftlichen Erwägungen heraus zum großen Teil abgerissen. Dass die Reste eines der größten Bauwerke des 16. Jahrunderts in Kassel überhaupt noch existieren, ist einer 1991 gegründeten Bürgerinitiative zu verdanken und nicht zuletzt der von Amts wegen obersten Denkmalschützerin Kassels, Marlies Finis-Sauer. Seit Bestehen des Vereins hat er 800000 Mark zur Sanierung in die Ruine gesteckt, die nach wie vor vom Verfall bedroht ist. 1994 wurde unter Mitarbeit der Kasseler Denkmalschutzbehörde mit der Renovierung des Kleinodes begonnen. Zunächst hieß es, das Grundstück vom Trümmerschutt zu befreien, dann wurde die gesamte Westseite an der Artilleriestraße neu verfugt. Denn die Mauern mussten gegen das Eindringen von Wasser gesichert werden. Die nach dem Zweiten Weltkrieg provisorisch vermauerten Fenster wurden geöffnet und die Sandsteingewände der Fenster, soweit erforderlich, erneuert. Auch der Turm wurde saniert und die Torbögen zur Artilleriestraße hin geöffnet. Aus dem HNA-Regiowiki: http://kassellexikon.hna.de/Zeughaus
Brüderstraße Durch die Brüderstraße fuhr seit 1897 die Straßenbahn. Im Jahr 1936 wurde der Verkehr in der schmalen Straße, die als Nadelöhr galt, eingestellt und zweigleisig durch den Freiheiter Durchbruch geführt. An der Brüderstraße stand das 1603 gebaute Deichmann'sche Haus und die Apotheke "Zum Einhorn", gebaut 1680. Die Kettengasse war ein Teil der Brüderstraße Die Kettengasse war einer der engsten Winkel der Altstadt - von in Ketten gelegten Gefangenen ist in der Kettengasse nichts bekannt. Seinen Namen verdankt dieser Altstadtwinkel der Tatsache, dass die Gasse bis ins 19. Jahrhundert hinein als oberste Fuldagasse mit Zugang zur Brücke durch Ketten, die an den Eckhäusern der Brüderstraße befestigt waren, abgesperrt werden konnte. Die Kettengasse, die bis 1867 Brüderstraße hieß und erst 1877 ihren heutigen Namen bekam, war eine der längeren Gassen in der Kasseler Altstadt. Sie führte vor ihrer Zerstörung im Krieg von der Wildemannsgasse über die Brüderstraße hinweg, an der unteren Fuldagasse vorbei und durch einen Torbogen hinunter bis zur Schlagd. Ähnlich wie das Seidene Strümpfchen war auch sie ein Schlupfgässchen des alten Kassel im Areal hinter Renthof und Brüderkirche, zwischen Brüderstraße und Fulda sowie Renthof und Fundus. Und via Treppe auch Verbindung zwischen Turmgasse und Oberster Gasse. Heute misst sie noch knapp 100 Meter und reicht von der Brüderstraße bis zur Schlagd. Im alten Kassel erzählte man sich die Geschichte, dass die Bewohner gegenüberliegender Häuser im obersten Geschoss auf einem von Fenster zu Fenster über die Straße gelegten Brett miteinander Karten gespielt haben. Gar nicht so unwahrscheinlich, denn die Kettengasse soll eine der engsten Gassen der Altstadt gewesen sein. Eine finstere Straßenschlucht ohne Bürgersteige, in der sich die hohen Häuser mit weit überragenden Geschossen oben fast berührt oder wenigstens bis auf 30, vielleicht 40 Zentimeter genähert haben. In alten Adressbüchern sind nur vier, später fünf Häuser in der Kettengasse verzeichnet. Und das liegt nicht daran, dass die linke Seite der oberen Kettengasse schon 1936 beim Durchbruch der Freiheit niedergerissen wurde. Sondern daran, dass die beiden Eckhäuser an der Wildemannsgasse und vier Bauten an der Brüderstraße mitsamt Nebengebäuden zwar weit in die Kettengasse hineinragten, ihr aber postalisch nicht zugeordnet wurden. Ebenso der Kapitelsaal der Brüderkirche, der trotz Zugang von der Kettengasse als Seitenflügel des Kisselbachschen Hauses an der Brüderstraße galt. Aus dem HNA-Regiowiki: http://regiowiki.hna.de/Kettengasse
Marstall Der Marstall zählt zu den wenigen Gebäuden in Kassel, die nach dem Krieg wieder aufgebaut wurden Der Marstall mit seinen verspielten Giebeln, Seitenflügeln und Dachfiguren zählt zu den wenigen Zeugnissen des alten Kassels. Trotz der städtebaulichen Brüche kann der Blick auf das historische Gebäude als einer der schönsten in der Innenstadt gelten. Vor allem dann, wenn es im Ensemble mit der Brüderkirche und dem Renthof gegenüber gesehen wird. Andere historische Bauten wie das seinerzeit von imposanten Skulpturen flankierte Regierungsgebäude, das anstelle des 1811 abgebrannten Landgrafenschlosses errichtet wurde, sind indes verschwunden. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und in den 50er-Jahren durch einen nüchtern wirkenden, neunstöckigen Neubau ersetzt. Für die Pläne zeichnete der Marburger Architekt Walter Freiwald verantwortlich. Am Marställer Platz treffen Tradition und Moderne hart aufeinander. Die vielspurige Brüderstraße, in die der Steinweg dort übergeht, schneidet ihn von seiner Umgebung ab. Zu diesem Eindruck trägt auch das seitlich vor den Marstall gesetzte Parkdeck bei. Es isoliert das Gebäude optisch noch mehr. Der früher einladend offene Platz, der heute als Parkplatz dient, ist zudem von einer Mauer eingegrenzt. Einst beherbergte der von 1591 bis 1593 errichtete Marstall im Erdgeschoss die landgräflichen Stallungen und im Obergeschoss die Raritätensammlung Landgraf Wilhelms IV. des Weisen. Zu seiner Zeit entstand die um einen Innenhof gruppierte Renaissanceanlage. 110 Räume, Stallungen, Rüstkammer, Kutscherstuben und eine Kleiderkammer waren im Marstall untergebracht. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude 1943 ausgebombt und brannte aus. Markthalle KasselMarkthalle: Seit dem Wiederaufbau in den 60er-Jahren dient das Gebäude als Markthalle. Hier können sich die Kasseler nicht nur mit frischem Obst und Gemüse, Käse und Fleischwaren eindecken, die Markthalle ist auch zu einem beliebten samstäglichen Treffpunkt avanciert. Stadtarchiv: Weiterer Anziehungspunkt ist das im Dachgeschoss untergebrachte Stadtarchiv - unentbehrliche Anlaufstelle für alle, die an der Kasseler Geschichte interessiert sind. Stadtquartier: In den Blick gerückt ist das Quartier rund um den Marställer Platz und den sich anschließenden Entenanger mit der Wiedergründung der Unterneustadt auf dem gegenüberliegenden Fuldaufer. Der Weg von dort über die neue, elegant geschwungene Karl-Branner-Brücke zum Königsplatz soll als Achse wieder stärker in Erscheinung treten. Trittsteine sind der Renthof mit dem ehemaligen Fundus-Gebäude nebenan, das zu Wohn- und Gewerbezwecken umgebaut werden soll, Marstall und Entenanger. Aus dem HNA-Regiowiki: http://kassellexikon.hna.de/Marstall
Brüderkirche/Renthof Die Brüderkirche ist das älteste hochgotische Baudenkmal der Stadt Kassel. Die Brüder des Ordens vom Berge Karmel waren vom Landgrafen 1292 nach Kassel berufen worden, um sich im Schutze und der Nähe seiner Burg 1293 ein Kloster zu erbauen. Noch im selben Jahr begannen sie mit dem Bau der Kirche, der 1376 abgeschlossen war. Die Karmelitermönche bekennen ihre strenge Gesinnung auch in ihren Bauten, so ist die Absage an Luxus und Reichtum auch an der Brüderkirche deutlich zu erkennen. Als mit der Einführung der Reformation 1526 das Kloster aufgehoben wurde, diente das Gotteshaus als Pfarrkirche der Altstadt. Nach der Zerstörung in der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 1943 wurde die Brüderkirche wieder aufgebaut und am 23. Oktober 1955 eingeweiht. Da der überwiegende Teil der Gemeindemitglieder entlang der Weserstraße wohnte und die Entfernung zur Pfarrkirche sehr weit war, wurde 1971 ein neues Gemeindezentrum an der Weserstraße 26 gebaut. Dort wurde dann auch die "Neue Brüderkirche" von der Altstädter Gemeinde errichtet. Die nunmehr "Alte Brüderkirche" wurde entwidmet und die "Stiftung Alte Brüderkirche" gegründet. Heute dient sie kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen. ------------------------------------------------------------------------------------ Renthof: Der Renthof schließt direkt an die Brüderkirche an; es handelt sich um die Reste eines Karmeliterklosters. Das Kloster, das gleichzeitig mit der Kirche erbaut worden war, diente als Hofschule. Berühmtester Schüler der neuen Hofschule war Heinrich Schütz (1585 - 1672), der von 1612-1617 Organist der Kasseler Hofkapelle war. Von 1633 bis 1653 an bestand hier die Universität Kassel. Landgraf Wilhelm V. richtete das Collegium Mauretanium hier ein, nachdem die Universität der Stadt Marburg vorübergehend bei Erbauseinandersetzungen an Hessen-Darmstadt gefallen war. 1653 ging die Universität dann nach 20-jährigem Wirken wieder in der niederhessischen Universität Marburg auf. Das Renaissanceportal am heutigen Eingang zum Alters- und Pflegeheim zeigt das Doppelwappen des Landgrafen Moritz und seiner zweiten Ehefrau Juliana Gräfin von Nassau und trägt die Jahreszahl 1617. Der im Hof befindliche Apollo-Brunnen ist um das Jahr 1600 entstanden. Den Trakt parallel zur Fulda hatte Landgraf Wilhelm IV. als sein Kanzleigebäude (Rentamt) im 16. Jahrhundert errichten lassen. Für den gesamten Baukomplex ist die Bezeichnung Renthof geläufig, obwohl strenggenommen damit nur der von den Gebäuden umschlossene Platz bezeichnet wird. Aus dem HNA-Regiowiki: http://regiowiki.hna.de/Renthof
Oberste Gasse An der Ecke Oberste Gasse und Steinweg befand sich das Elisabeth-Hospital. Das Gebäude existiert heute noch, wird aber nicht mehr als Krankenhaus genutzt. 1295 war das Hospital für aussätzige Kranke gegründet worden. An der Obersten Gasse waren außerdem das Schmuckgeschäft Kumpe, die Buchbinderei Brösel, die Stern-Apotheke und das Porzellan-Geschäft Hornschu zu finden. Letzteres gibt es heute noch - zwei Häuser von seinem ursprünglichen Standort entfernt.
Friedrichsplatz Der Friedrichsplatz, zwischen Schöne Aussicht und Obere Königsstraße im Zentrum Kassels gelegen, von Fridericianum im Nordosten und Oberneustadt im Südwesten begrenzt, galt früher als einer der schönsten und größten Plätze in Kassel. Zahlreiche historische Bauten standen einst im Bereich des Friedrichsplatzes. Zu ihnen gehörten das in den Jahren zwischen 1767 und 1769 nach den Plänen von Simon Louis du Ry erbaute Palais von Jungken, die ehemalige Elisabethkirche von 1770, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtete „Weiße Palais“ und das gleich alte „Rote Palais“, die ehemalige landgräfliche Stadtresidenz. Das Marmorstandbild von Landgraf Friedrich II. steht heute am südwestlichen Rand des rechteckigen Platzes. Es stand noch in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts im Schnittpunkt diagonaler Fußwege, also in der Platzmitte. Auch wurde die "Blickrichtung" von Friedrich verändert, von Südwesten nach Nordosten. Auch veränderte der Platz in den sechs Jahrzehnten nach dem zerstörerischen II. Weltkrieg des öfteren sein Aussehen und diente auch immer wieder zur documenta als Freiluftausstellungsareal.
Schöne Aussicht Die Schöne Aussicht am Hang über der Karlsaue machte ihrem Namen alle Ehre. Im Zuge wiederkehrender Namensänderungen hieß sie davor mal Weinbergstraße, dazwischen auch noch Prinz-Georg-Straße. Vor allem im 18. Jahrhundert entstand auf der Höhe über der Karlsaue jene besonders repräsentative Häuserfront, die sie zur schönsten Wohnstraße der Stadt machte. Neben hohen Staatsbeamten haben hier die Brüder Grimm gewohnt, die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Malwida von Meysenbug, die Malerfamilie Tischbein, der Komponist Louis Spohr und der Chemiker Robert Wilhelm Bunsen. In alten Schriften wird der Auehang noch als „wüster Berg“ geführt. Doch mit dem Beginn der Bebauung wird auch ein Terrassengarten gestaltet, der die 350 Meter von der Friedrichsstraße bis zum Friedrichsplatz schnell zur Promenade, ja zum Lustrevier der Stadt erhebt. Den Anfang macht das Palais Bellevue, 1714 als Sternwarte für Landgraf Karl erbaut. Dicht gefolgt vom Bellevue-Tempel und vom kurfürstlichen Marstall, der schon 1874 dem Bau der Gemäldegalerie weichen muss. Hier entstehen die Häuser der Upperclass und vieler hugenottischer Glaubensflüchtlinge. Im Krieg zerstören Bomben alle Bauten der Bellevue. Bis auf Palais Bellevue, das heute das Brüder-Grimm-Museum beherbergt. Das Haus Schöne Aussicht Nummer 9, also das alte Wohnhaus der Familie Grimm aus dem Jahr 1734, wird nach dem Krieg von einem Bäckermeister namens Emde aus den Trümmern originalgetreu wieder aufgebaut. Ebenfalls zerstört und wieder aufgebaut: die Neue Galerie. Doch eine gigantische Baulücke bleibt. Die Zeitung „Hessische Nachrichten“ (ein Vorgänger der HNA) macht 1954 einen Vorschlag für Kassels Prachtstraße: ein stilvolles Hotel mit blumengeschmücktem Dachgarten und einem Boulevard-Café mit lustigen Markisen auf dem Trottoir. Bekommen hat die Schöne Aussicht den Justizgebäude-Komplex, reichlich Parkplätze und ein jahrelanges Gezerre ums Café Rosenhang.
Frankfurter Straße Angelegt wurde die Frankfurter Straße im Auftrag von Landgraf Karl. Paul du Ry sollte ab 1685 Wohnsiedlungen für die hugenottischen Einwanderer schaffen. Die Straße endete zunächst am Friedrichsplatz. Erst später wurde sie zum Altmarkt weiter gebaut. Paul Du Ry wohnte an der Ecke Frankfurter Straße und Friedrichsplatz.
Karlsplatz Benannt ist der Karlsplatz nach Landgraf Karl. Hier steht auch die Karlskirche. Karlskirche Die Karlskirche wurde für Glaubensflüchtlinge aus Frankreich erbaut und im Jahre 1710 fertig gestellt. Landgraf Karl hatte das damals noch als Tempel bezeichnete Gotteshaus für die hugenottischen Flüchtlinge aus Frankreich inmitten der eigens für sie geschaffenen französischen Oberneustadt erbauen lassen, vermutlich nach seinen Vorstellungen und unter dem Eindruck mehrerer Reiseerlebnisse. Auch die Karlskirche entstand als schlichte, wenn auch eindrucksvolle Predigtkirche. Für die Bauleitung der achteckigen Kirche war Paul du Ry verantwortlich, die Entwürfe stammten vermutlich aus dem Hofbauamt. Der Grundstein der Kirche wurde am 3. August 1698 gelegt, am 45. Geburtstag des Landgrafen und späteren Namensgebers. Am 12. Februar des Jahres 1710 weihte der französische Pfarrer Paul Joly die Karlskirche ein. Im Unterschied zum heutigen Nachfolgebau öffnete sich das Hauptportal der Kirche zur Frankfurter Straße hin. Bis 1867 fanden in dieser Kirche regelmäßig Gottesdienste in französischer Sprache statt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Karlskirche stark zerstört, lediglich die Außenmauern blieben stehen. Beim Neuaufbau nach dem Krieg wurde die Ausrichtung der Kirche umgekehrt: Der Altar steht jetzt im Südosten, der Haupteingang befindet sich im Nordwesten. Heute zeigt sich die im Jahr 1957 wieder eingeweihte Karlskirche als ein auf seine Grundform reduziertes Bauwerk. Das gilt auch für das Dach samt Glockenturm. Wie einst wird die Karlskirche beim Blick aus der Königsstraße optisch von Gebäuden rechts und links der Karlsstraße gesäumt. Die Oberneustädter Kirchengemeinde wurde 2008 mit der Freiheiter Kirchengemeinde, der Gemeinde der Lutherkirche und der Kirchengemeinde der Unterneustadt zur Kirchengemeinde Kassel-Mitte vereinigt. Aus dem HNA-Regiowiki: http://regiowiki.hna.de/Karlskirche
Königsstraße Die Hauptgeschäftsstraße Kassels hat - wie Königsplatz und Königstor - ihren Namen von dem hessischen Landgrafen Friedrich (1676 bis 1751), der seit 1720 als Friedrich I. König von Schweden war. Sie wird durch den Königsplatz in zwei unterschiedlich erscheinende Straßenstücke geteilt: Obere und Untere Königsstraße. Die Obere Königsstraße präsentiert sich wesentlich prachtvoller als ihre Fortsetzung in Richtung des Holländischen Platzes. An der Oberen Königsstrasse steht das imposante Kasseler Rathaus. Und die in den 50-ern des vorigen Jahrhunderts städtebaulich wegweisend gebaute Treppenstraße steigt von ihr in Richtung Kulturbahnhof auf. Im Osten grenzt der Friedrichsplatz an diese Prachtstraße an. Dagegen ist die Untere Königsstraße doch erheblich bescheidener ausgestattet. Gerade mal an ihrer oberen Einmündung in den Königsplatz, mit dem City-Point auf dem früheren Alte Hauptpost-Grundstück, ist etwas von der "Pracht" einer großstädtischen Geschäftsstraße vorhanden; auch ist sie im Unterschied zur Oberen Königsstraße nicht geradlinig, was vor allem in der Weihnachtszeit nach der festlichen Ausgestaltung und Illumination den Unterschied deutlich erkennbar macht.
Wilhelmsstraße Die Wilhelmsstrasse wurde nach Landgrafen Wilhelm VIII. benannt, der von 1730 bis 1760 regierte und unter anderem die Kasseler Gemäldegalerie begründete. Grundlage für den Bau der Wilhelmsstraße waren die großzügigen städtebaulichen Pläne des Landgrafen Karl, der sie durch Baumeister Paul du Ry - der die Oberneustadt gestaltete - verwirklichen ließ. Dabei wurde, um eine Verbindung nach Westen und dem heutigen Schloss Wilhelmshöhe herzustellen, die Wilhelmsstraße geschaffen. Die ursprüngliche Absicht des Städtebauers, die Straße so breit zu bauen, dass die Karlskirche in der Achse dieser Straße liegen konnte, scheiterte an der Intrige der Gräfin von Langallery, die um die Wende des 17. Jahrhunderts das Haus Obere Karlsstraße 13 erbaute. Sie setzte beim Landgrafen durch, dass sie an Stelle der sonst üblichen Front von fünf Achsen eine solche von sechs anlegen durfte. Dadurch verschob sich die Wilhelmsstraße aus der Achse des Karlsplatzes, und bis heute wundern sich täglich Uneingeweihte, warum sich die Wilhelmsstraße in den Karlsplatz so unsymmetrisch einfügt. An der Wende zum 18. Jahrhundert traf sich ganz Kassel in der Wilhelmsstraße im Stadtpark-Garten. Er umfasste das Areal, auf dem heute das Parkhaus Wilhelmsstraße steht. Hier spielte allabendlich die Berghöfersche Kapelle zum Tanz auf. Gleich nebenan, also in Höhe des Cineplex-Capitol-Kinos, waren in einer Kaserne die Soldaten des „Garde du Corps“ stationiert. Ihr Aufmarschweg ist die heutige Garde-du-Corps-Straße. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg vollzog sich zunächst im „Baracken-Stil“: es durfte nur einstöckig gebaut werden. Erst nach 1950 gingen die Geschosse wieder in die Höhe. Erste Überlegungen, die Wilhelmsstraße zwischen Ständeplatz und Oberer Königsstraße in eine Fußgängerzone umzuwidmen, gab es seitens der Anlieger bereits 1967. Sieben Jahre später, im November 1974, sperrte man versuchsweise die Fahrbahn der Oberen Wilhelmsstraße für den Kraftfahrverkehr. Im Herbst 1977 war es dann soweit: Mit der Oberen Wilhelmsstraße hatte Kassel nicht nur eine weitere Fußgängerzone sondern auch ein Aushängeschild in Sachen Einkaufsvergnügen. „Für die Verbannung des Kraftfahrzeuges aus großstädtischen Kernbereichen ist Kassel beispielgebend“, sagte Oberbürgermeister Hans Eichel anlässlich der Einweihung. Für die Wilhelmsstraßen-Anlieger erwies sich die Umwidmung zur Fußgängerzone als konsequenter Schritt in die richtige Richtung. Die Geschäfte entlang der Straße wurden nicht umsonst „Kassels feine Adressen“ genannt, schnell machte der Begriff von „Kassels heimlicher Hauptstraße“ die Runde - ein Besuch in der „guten Stube“ war das Herzstück eines jeden Innenstadtbummels. Bis heute ist die Wilhelmsstraße die Einkaufsmeile mit den wenigsten Filialläden und den meisten inhabergeführten Fachgeschäften geblieben. Die Untere Wilhelmsstraße, die früher Amalienstraße hieß, wurde erst im Herbst 1987, nach der documenta 8, zur Fußgängerzone umgebaut. Aus dem HNA-Regiowiki: http://kassellexikon.hna.de/Wilhelmsstra%C3%9Fe
Der Ständeplatz wurde 1833 als breite Prachtstraße angelegt. Heute präsentiert er sich architektonisch mit seinen geradlinig durch Fensterbänder und Vertikale gegliederten Fassaden großer Verwaltungsgebäude fast durchgängig im Stil der 1950er Jahre.
Friedrich-Wilhelms-Platz Seit dem Zweiten Weltkrieg heißt der Friedrich-Wilhelms-Platz (benannt nach dem letzten Kurfürsten, Regent von 1831 bis 1866) Scheidemannplatz. Vor dem Krieg prangte in seiner Mitte auf einer Grünfläche, umgeben von Bäumen, der Löwen- oder Vierflüssebrunnen. Aufgestellt wurde der Brunnen 1881, und sofort mährten die Kasseler: Er passe mit seinem Renaissance-Stil nicht zu den Häusern. Das waren anfangs: Das Hotel Prinz-Friedrich-Wilhelm (später Schirmer), die Kunstgewerbeschule, das Haus des Hofzahnarztes Zimmer (unten befand sich die Musikalienhandlung Kuprion) und das Thoméesche Wohnhaus. Hier hinein zog später die Handwerkskammer. Später kam noch der Kasseler Hof dazu, dort wo er stand, lag vorher ein „ergiebiges Kartoffelfeld“. Der ehemalige Friedrich-Wilhelms-Platz bildete mit seinem Kreisverkehr den Schlusspunkt der Friedrich-Wilhelm-Straße (heute Ständeplatz), die als großzügige, doppelreihig bepflanzte, boulevardähnliche Allee beschrieben wird. In den Scheidemannplatz mündet vom "Lutherplatz"(Lutherkirche) kommend die Rudolf-Schwander-Straße ein; am anderen Ende des Ständeplatzes beginnt nach Westen führend die Friedrich-Ebert-Straße und von Südosten "kommt" die Fünffensterstraße vom "Weinberg" heran. Nach dem Krieg wurde alles anders. Der Platz wurde 1947 umbenannt, nach dem Kasseler Sozialdemokraten Philipp Scheidemann (u.a. Reichsministerpräsident während der Weimarer Republik und Oberbürgermeister in Kassel, geboren 1865, gestorben 1939 im Exil in Kopenhagen). Ab 1952 war der Platz gar keiner mehr: „Scheidemannplatz verschwand aus dem Straßenbild“ titelt die Kasseler Post am 22. Juli 1953. Alte Buchen wurden gefällt. Der Löwenbrunnen wurde abgebaut, auf dem städtischen Bauhof gelagert, was ihm nicht gut tat: In den 70er-Jahren wurde entschieden, dass er zu marode sei, um wieder aufgebaut zu werden. Wo auch? Der Scheidemannplatz war ja zu einem Teil der Ringstraße degradiert, und damit die freie Fahrt noch freier wurde, mussten die Fußgänger verschwinden. 1968 wurde aufwändig untertunnelt: „Sechs Ein- und Ausgänge, über 300 Meter lang, ermöglicht die neue Unterführung jetzt eine vom Fahrzeugverkehr ungestörte Fußgängerverbindung vom Hauptbahnhof bis zur Karlsaue. In der weiträumig angelegten Fußgängerpassage sind auch Geschäftsräume und Wandvitrinen untergebracht, die dem Tunnel eine freundliche Note geben“, jubelte die Presse. Auf dem Ständeplatz wurden dafür viele Bäume gefällt. Nur die Linde vor der Handwerkskammer hat überdauert. Durch den Umbau im Sommer 2005 wurde die autofreundliche Gestaltung der 50er- und 60er-Jahre (Kostenpunkt 12 Millionen Mark) abgemildert. Die Tunnel wurden mit 2600 Kubikmetern Beton dichtgemacht. Der Platz präsentiert sich seitdemmit Stilelementen der 50er Jahre: Schachbrettmuster-Platten, Lichtstelen, runde Rasenflächen. Aus dem HNA-Regiowiki: http://kassellexikon.hna.de/Friedrich-Wilhelms-Platz
Für den Bahnhof lieferte Oberhofbaumeister Gottlob Engelhardt in der Mitte des 19. Jahrhunderts den Entwurf.
Rondell Landgraf Friedrich II. (1760 bis 1785) ließ zwischen 1767 und 1774 die Befestigungsanlagen der Stadt abtragen, die über zwei Jahrhunderte allen äußeren Feinden so erfolgreich widerstanden hatten. Übrig blieben nur der Druselturm, der Zwehrenturm, Reste von Mauern und Wällen sowie das imposante Rondell mit seinen fast zehn Meter dicken Mauern. Diese Teile der Stadtbefestigung sind heute überwiegend noch erhalten. Das Rondell an der Fulda wirkt nach wie vor gewaltig. An besonderen Tagen wird diese etwas unheimlich wirkende Festung für Besucher geöffnet. Aus dem HNA-Regiowiki: http://kassellexikon.hna.de/Rondell
Königsplatz
Königsplatz Seinen Namen hat der Königsplatz - wie Königstor und Königsstraße - von dem hessischen Landgrafen Friedrich von Hessen-Kassel (1676 bis 1751), der seit 1720 als Friedrich I. König von Schweden war. Der Königsplatz im Zentrum von Kassel ist kreisrund. Er ist Teil der Fußgängerzone und verbindet Obere und Untere Königsstraße. Der Platz wurde bereits im 18.Jahrhundert von Simon Louis du Ry angelegt. In den letzten Jahrzehnten wurde er immer wieder neuen und umstrittenen gestalterischen Veränderungen unterworfen (Treppe, City-Point, Wasserspeier). Von der Vorkriegsbebauung ist heute nur noch ein Gebäude erhalten. Wo heute das City-Point-Gebäude steht, befand sich vor der Zerstörung Kassels das Gebäude der Alten Hauptpost. Aus dem HNA-Regiowiki: http://kassellexikon.hna.de/K%C3%B6nigsplatz
Töpfenmarkt Bild Nummer 1: Töpfenmarkt links. Das Bild Nummer 3 zeigt eine Häuserreihe Am Töpfenmarkt, ganz links Nummer 17, rechts daneben (mit der Kropf-Reklame) Nummer 19. Direkt neben diesem Gebäude ging die Gasse „Hinter dem weißen Hof“ ab. Rechts folgt Haus Nummer 19 1/2, und im Haus Nummer 21, das noch zum Teil auf dem Foto abgebildet ist, hatte Colonialwaren Reckelmann sein Geschäft.
Weitere Landkarten zu Hessen
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